Konjunktur Bundesbank erhöht Inflationsprognose drastisch

Die Bundesbank hat wegen der rasant steigenden Preise für Energie und Nahrungsmittel ihre Inflationsprognosen kräftig angehoben. Die Ökonomen prognostizieren auch, das Wachstum werde stabil bleiben, die Arbeitslosigkeit weiter sinken.


Frankfurt am Main - In ihrer halbjährlichen Vorhersage, die im vergangenen Dezember zum ersten Mal veröffentlicht worden war, schraubten die Bundesbank-Ökonomen ihre Prognose für die Inflationsrate in diesem Jahr von 2,3 auf 3,0 Prozent nach oben.

Teuerungsfaktor Lebensmittel: Prognose nach oben geschraubt
DDP

Teuerungsfaktor Lebensmittel: Prognose nach oben geschraubt

"Das Preisklima in Deutschland ist derzeit erheblich eingetrübt und dürfte sich nur allmählich aufhellen", teilte die Bundesbank am Freitag in Frankfurt am Main mit. Gegen Ende des Jahres sei eine leichte Entspannung möglich, die Inflation werde erst Ende 2008 wieder unter drei Prozent sinken.

Dennoch werde die Teuerungsrate auch 2009 nicht unter die Marke von zwei Prozent - dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) - fallen und 2,2 Prozent betragen. Bislang hatte die Bundesbank im kommenden Jahr mit einer Inflationsrate von 1,5 Prozent gerechnet.

Das Wirtschaftswachstum bleibt nach Ansicht der Bundesbank gleichwohl robust. Nach einer Konjunkturdelle im Sommer werde das Wachstum zur Jahreswende wieder an Schwung gewinnen, erwarten die Experten. Für dieses Jahr erhöhten sie ihre Wachstumsprognose von 1,9 auf rund 2,25 Prozent. Da dieses Jahr drei Arbeitstage mehr aufweist als das kommende Jahr, fällt die kalenderbereinigte Prognose mit zwei Prozent etwas niedriger aus. Das sind aber immer noch 0,4 Punkte mehr als bei der Prognose im Dezember. 2009 werde die Wirtschaft dann um rund 1,5 Prozent wachsen - ein Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zur alten Vorhersage.

Positiv sieht die Bundesbank den deutschen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen werde in diesem und auch im kommenden Jahr nochmals zunehmen. Die Arbeitslosenquote sinke 2008 auf 7,8 Prozent und 2009 weiter bis auf 7,6 Prozent. 2007 betrug sie noch neun Prozent.

kaz/Reuters/dpa



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