Konjunktur: Deutsche Exporteure verbuchen kräftiges Umsatzplus

Die Anzeichen für eine Erholung der Weltkonjunktur mehren sich: Nach dem überraschenden Auftragsplus in der deutschen Industrie melden die Statistiker jetzt weitere ermutigende Zahlen: Die Exporte sind im Juni so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Berlin/Wiesbaden - Die Unternehmen verkauften sieben Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. "Das ist der stärkste Anstieg seit September 2006", sagte ein Statistiker. Experten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Auch die Aussichten sind gut, nachdem die exportabhängige Industrie zuletzt mit 8,3 Prozent einen sprunghaften Anstieg der Auslandsaufträge meldete.

Verladeterminal im Hamburger Hafen: Weltkonjunktur auf Erholungskurs Zur Großansicht
AP

Verladeterminal im Hamburger Hafen: Weltkonjunktur auf Erholungskurs

Optimisten sehen in den Zahlen bereits erste Hoffnungszeichen dafür, dass die Erholung der Weltkonjunktur ebenso stürmisch verlaufen wird wie zuvor der Abschwung. Sie verweisen auf die wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren, die derzeit fast weltweit steigen. In den USA ist der Einkaufsmanagerindex innerhalb weniger Wochen wieder auf das Niveau angestiegen, das er vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers innehatte. In China investieren die Unternehmen bereits seit drei Monaten wieder. Auch in Europa sind die alten Krisenwerte fast überwunden. Nach Ifo-Umfragen bewegen sich die Exporterwartungen der deutschen Autoindustrie fast wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise.

Noch gilt es allerdings aufzuholen, das zeigt nicht zuletzt der Vergleich mit dem Exportergebnis des Vorjahres. Insgesamt verkauften die deutschen Exporteure zwar Waren im Wert von 68,5 Milliarden Euro - doch das sind immer noch 22,3 Prozent weniger als im Juni 2008. Im ersten Halbjahr setzten die Unternehmen 23,2 Prozent weniger im Ausland um.

Der Exportverband BGA erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang von etwa 18 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 rechnet BGA-Präsident Anton Börner aber wieder mit einem ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent.

Die Einfuhren stiegen im Juni um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt wurden Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro importiert. Das waren 17,2 Prozent weniger als im Juni 2008.

mik/Reuters/AP/Dow Jones

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