Konkurrenz für YouTube US-Medienkonzerne gründen neue Videoplattform

Angriff auf Googles Videoplattform YouTube: Die US-Medienkonzerne News Corp und NBC Universal machen dem Unternehmen massiv Konkurrenz und gründen ein eigenes Videoportal. Ganze Fernsehserien sollen kostenlos angeboten werden - zum Beispiel die Simpsons.


New York - An professionellen Inhalten mangelt es den beiden Partnern nicht: Zu NBC Universal gehören das Fernsehimperium NBC und die Universal Filmstudios; News Corp, das dem Medienmogul Rupert Murdoch gehört, ist ebenfalls ein in Film und Fernsehen etabliertes Unternehmen - unter anderem mit dem Sender Fox.

Googles YouTube: Stück vom Werbekuchen
DPA

Googles YouTube: Stück vom Werbekuchen

Die neue Website soll im Sommer starten, berichtet die "New York Times". Auf ihr sollen Ausschnitte und ganze Folgen beliebter Fernsehserien wie "24" oder "Die Simpsons" zu sehen sein. Außerdem sollen Filme aus dem Archiv und aus den eigenen Studios wie "Borat" angeboten werden. Mit solchen professionellen Inhalten wollen sich die Konzerne deutlich von YouTube abgrenzen, wo häufig Amateurvideos angeboten werden.

Die neue Videoplattform soll in Kooperation mit AOL, Yahoo und Microsoft entstehen. So sollen die Inhalte auch auf den Portalen von AOL (Time Warner), Yahoo, MSN (Microsoft) und News Corps eigener Community MySpace zu sehen sein. Auch gegenseitig werden die Partner ihr Material austauschen, so dass den Nutzern insgesamt Tausende Stunden Material zur Verfügung stehen.

"Die Karten bei Onlinevideos werden neu gemischt", sagte News-Corp-Präsident Peter Chernin. Bisher war Google mit seiner Plattform YouTube unangefochtener Marktführer. Allerdings ist das Unternehmen den etablierten Größen der Branche schon lange ein Dorn im Auge. Nun haben die Konzerne selbst die Initiative ergriffen.

Erste Werbekunden gibt es schon

Die Inhalte werden für die Nutzer kostenlos zugänglich sein. Finanziert werden soll das über Werbung. Nach Angaben der beiden Betreiber konnten bereits eine Reihe hochkarätiger Anzeigenkunden für die neue Plattform gewonnen werden, darunter Cisco, Intel und General Motors.

Bisher hatte Google den Werbekuchen fast für sich alleine. Die YouTube-Mutter hatte sich mit einigen Rechteinhabern lediglich auf geteilte Werbeeinnahmen und eine gewisse Kontrolle über die veröffentlichten Inhalte verständigt.

Allerdings hat YouTube zunehmend Probleme mit den Urheberrechtsansprüchen der Inhalteanbieter, deren Material von den Nutzern der Plattform veröffentlicht wird. Der Medienkonzern Viacom (MTV, Nickelodeon) hatte die Video-Website und den Mutterkonzern Google deshalb kürzlich auf eine Milliarde US-Dollar Schadensersatz verklagt.

YouTube gehört seit dem vergangenen Herbst zu Google. Das Unternehmen kaufte die Videoplattform für 1,65 Milliarden US-Dollar.

wal



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