Konsumstreik Einzelhändler verbuchen 2007 Umsatzminus

Beim privaten Konsum kommt der Aufschwung nicht an: Laut Statistischem Bundesamt ist der Umsatz im Einzelhandel 2007 um bis zu ein Prozent gesunken. Berücksichtigt man die Inflation, sieht das Ergebnis noch düsterer aus.


Wiesbaden - Nominal, also in konstanten Preisen, ist der Einzelhandelsumsatz 2007 um 0,7 bis 1,0 Prozent zurückgegangen. Das teilte das Statistische Bundesamt auf der Grundlage von Schätzungen mit. Real, das heißt preisbereinigt, gehe man von einem Umsatzrückgang zwischen 1,5 und 1,8 Prozent aus.

KaDeWe in Berlin: Vorzieheffekte wegen Mehrwertsteuererhöhung
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Ein Grund für die Kaufzurückhaltung der Deutschen war nach Ansicht der Statistiker die Mehrwertsteuererhöhung im Januar 2007. Viele Kunden hätten Einkäufe auf das Jahr 2006 vorgezogen. Im langjährigen Vergleich dürfte der nominale Umsatz 2007 in etwa das Niveau des Jahres 2005 erreicht haben. Real dürften die Umsätze aber niedriger liegen.

Allein im November 2007 setzte die Branche nominal 1,0 und real 3,2 Prozent weniger um als im November 2006, erklärten die Statistiker weiter. Für den Dezember liegen bisher nur Schätzungen vor.

Nach Einschätzung der Commerzbank bleibt die Inlandsnachfrage in Deutschland weiterhin schwach. Dies zeige der unerwartete Rückgang der Einzelhandelsumsätze im November, schreibt Commerzbank-Experte Matthias Rubisch in einer aktuellen Studie.

Auch der deutliche Rückgang der Importe im November bestätige die schwache Entwicklung der Inlandsnachfrage im vierten Quartal. Dank eines positiven Außenbeitrags und steigender Investitionen sei aber noch immer mit einem merklichen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt zu rechnen.

wal/ddp/AP/dpa-AFX



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