Konzernpatriarch Unternehmer Oetker beklagt Umgang mit Reichen

Wer reich ist, hat es schwer in Deutschland: Das ist die Botschaft von August Oetker, Patriarch des gleichnamigen Backimperiums. Im SPIEGEL wirft er der Öffentlichkeit vor, gute Taten von Wohlhabenden vorschnell zu verurteilen: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr."

Oetker-Beiratsvorsitzender August Oetker: Verlässt sich auf Müsli, Pizza und Pudding
dpa

Oetker-Beiratsvorsitzender August Oetker: Verlässt sich auf Müsli, Pizza und Pudding


Hamburg - Puddingpulver und Backmischungen haben die Oetker-Familie reich gemacht - doch offenbar nicht immer glücklich: Firmenpatriarch August Oetker ist zumindest empört darüber, wie Superreiche in der deutschen Öffentlichkeit wahrgenommen werden: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr. Es gibt genug Leute, die das immer gleich als Gutmenschentum misstrauisch beäugen oder einen geheimgehaltenen Geschäftszweck wittern", sagte Oetker dem SPIEGEL.

"Gutes glaubt man mir nur, wenn ich sofort sage, was ich daran verdiene." Andererseits dürfe man "die Zahl der Talkshow-Auftritte nicht als Maßstab von Engagement nehmen", sagte Oetker. "Diese Plauderrunden funktionieren oft nach festgelegtem Drehbuch. Die Rolle des Bösen besetzen die Redaktionen gern mit Unternehmern. Das tun sich viele einfach nicht mehr an."

Mit der Entwicklung des eigenen Konzerns ist der Urenkel des Firmengründers zufrieden: "In der Krise der vergangenen zwei Jahre hat sich unser Grundsatz bewährt, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen soll. Wo das Schiffsgeschäft einbrach, blieben die Lebensmittel oder das Biergeschäft stabil."

Fast die Hälfte des Firmenumsatzes von zuletzt rund acht Milliarden Euro stammt mittlerweile aus dem Schiffsgeschäft, der Oetker-Reederei Hamburg Süd. Zum Kerngeschäft des Konzerns gehört außerdem die Herstellung von Tiefkühlprodukten, Alkoholika und Backwaren. "Selbst in schlimmen Krisen" könne sich sein Unternehmen auf die Umsätze "mit Müsli, Pizzen, Puddings und Backmischungen verlassen", sagte Oetker.

Anfang 2010 hatte der 66-Jährige die Leitung der Oetker-Gruppe mit weltweit mehr als 24.000 Mitarbeitern an seinen jüngeren Bruder Richard übergeben. Davor hatte er das Unternehmen fast 30 Jahre als persönlich haftender Gesellschafter gelenkt.

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insgesamt 430 Beiträge
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Seite 1
Sponator 23.12.2010
1. Mir kommen gleich die Tränen
Eine Runde Mitleid für Herrn Oetker.
ProDe 23.12.2010
2. Das erinnert ja an das Mittelalter
Zitat von sysopWer reich ist, hat es schwer in Deutschland: Das ist die Botschaft von August Oetker, Patriarch des gleichnamigen Backimperiums. Im SPIEGEL wirft er der Öffentlichkeit vor, gute Taten von Wohlhabenden vorschnell zu verurteilen: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr." http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,736414,00.html
Hätten wir eine anständige Steuer- und Sozialpolitik bräuchte man das soziale Engagement nicht. Solche Menschen leben mittelalterliche Strukturen. Beeinflussen die Politik, setzen sich für Niedrigstlöhne und eine fragwürdige Steuerpolitik ein, jammern über den Sozialstaat und bereichern sich so auf Kosten der Arbeiter, leben im anstregungslosen Wohlstand und fühlen sich ungerecht behandelt obwohl sie dem Pöbel almosen zukommen lassen. Solche Menschen sind seelische Krüppel.
bilder_rahmen 23.12.2010
3. .
Zitat von sysopWer reich ist, hat es schwer in Deutschland: Das ist die Botschaft von August Oetker, Patriarch des gleichnamigen Backimperiums. Im SPIEGEL wirft er der Öffentlichkeit vor, gute Taten von Wohlhabenden vorschnell zu verurteilen: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr." http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,736414,00.html
Was er hiermit doch getan hat. Tue Gutes und rede drüber... ... jaja, kann 'ne Menge Werbeetat sparen.
duanehanson 23.12.2010
4. Ach Gottchen, ...
... die armen Reichen und die noch ärmeren Superreichen! Mir kommen gleich die Tränen.
kdshp 23.12.2010
5. NEUwahlen jetzt
Zitat von sysopWer reich ist, hat es schwer in Deutschland: Das ist die Botschaft von August Oetker, Patriarch des gleichnamigen Backimperiums. Im SPIEGEL wirft er der Öffentlichkeit vor, gute Taten von Wohlhabenden vorschnell zu verurteilen: "Über mein soziales Engagement rede ich schon gar nicht mehr." http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,736414,00.html
Hallo, ist ja witzig! Was wundert der mann sich denn wenn ich als normaler bürger das gefühl habe oder es auch so ist das in D unternehmer vom staat alles in selbigen bekommen. UND dann ein paar euro spenden und erwarten das man als held gefeiert wird?! Oetker wirkte auch als Kunstmäzen und rief Ende 1999 die Rudolf-August-Oetker-Stiftung zur Förderung von Kunst, Kultur, Denkmalschutz und Wissenschaft ins Leben. Nachdem 1998 der Bielefelder Stadtrat entschied, die von Oetker maßgeblich finanzierte Kunsthalle nicht nach seinem Stiefvater Richard Kaselowsky zu benennen, zog er seine finanzielle Unterstützung und seine Leihgaben zurück. 1981 wurde Oetker zum Ehrenbürger der Stadt Bielefeld ernannt. Die Arbeit an der Oetker-Biographie durch den Autor Rüdiger Jungbluth wurde von ihm nicht unterstützt. http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf-August_Oetker Ist es wirklich das soziale was für herr oetker im vordergrund steht?
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