Korruptionsbekämpfer der Bahn Schaupensteiner will zurück zur Justiz

Bei der Deutschen Bahn bekämpfte er mit Hartmut Mehdorn die Korruption - und wie schon sein Chef stolpert auch Wolfgang Schaupensteiner über die Ausspähung Tausender Bahn-Mitarbeiter. Jetzt will der Oberstaatsanwalt zurück in den Justizdienst.


Wiesbaden/Berlin - Nach zwei Jahren als Antikorruptionsbeauftragter der Deutschen Bahn AG will Wolfgang Schaupensteiner in den Justizdienst des Landes Hessen zurückkehren. Das erklärte der neue Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin.

Korruptionsbekämpfer Schaupensteiner: Der Oberstaatsanwalt will zurück in den Justizdienst
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Korruptionsbekämpfer Schaupensteiner: Der Oberstaatsanwalt will zurück in den Justizdienst

Im Wiesbadener Justizministerium hieß es, dass die Möglichkeit bestehe. Ein Gespräch mit dem als Korruptionsbekämpfer bekanntgewordenen Oberstaatsanwalt aus Frankfurt habe es aber noch nicht gegeben, sagte eine Sprecherin. Auch über Schaupensteiners persönliche Lebensplanung sei nichts bekannt.

Schaupensteiner war im Jahr 2007 vom Land Hessen beurlaubt worden, um den Posten bei der Bahn antreten zu können. Als Compliance-Beauftragter sollte er in der Bahnverwaltung Vorkehrungen gegen Schmiergeldzahlungen entwickeln. Unter anderem baute er die Anti-Korruptionsabteilung aus und installierte ein Online-System für Hinweisgeber.

Dann geriet auch er in den Strudel der Datenschutzaffäre bei dem Staatskonzern. An der Seite des damaligen Konzernchefs Hartmut Mehdorn verteidigte er die Spähaktionen. In der aktuellen Affäre geht es um umstrittene Massenüberprüfungen der Daten von bis zu 170.000 Bahn-Mitarbeitern und das Ausspähen von E-Mails. Wegen der Affäre räumt Bahn-Chef Grube derzeit im Konzern für einen Neuanfang auf, noch in diesem Monat verlassen vier Vorstände das Unternehmen.

ore/dpa



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