Korrutionsaffäre Transparency schließt Siemens aus

Die Stellungnahme von Siemens steht zwar noch aus, die Angelegenheit ist einem Zeitungsbericht zufolge aber bereits entschieden. Transparency International schließt Siemens wegen der Affäre um schwarze Kassen als Mitglied aus ihrer deutschen Sektion aus.


Berlin - Der Vorsitzende von Deutschland (TI), Hansjörg Elshorst, sagte dem Online-Portal "Welt.de", dass Siemens nach dem 15. Dezember nicht mehr Mitglied der Organisation sein werde. "Der jüngste Skandal hat das Fass zum Überlaufen gebracht", wurde Elshorst zitiert. Man habe Siemens in einem Brief mitgeteilt, dass man sich trennen wolle.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige und aktive teils hochrangige Siemens-Mitarbeiter wegen des Verdachts, mehr als 200 Millionen Euro für schwarze Kassen im Ausland veruntreut zu haben. Weil Siemens-Manager Schmiergeld in Millionenhöhe an ausländische Kunden gezahlt haben sollen, ermittelt auch die Justiz in mehreren europäischen Ländern.

Die Siemens-Mitgliedschaft bei Transparency ruht bereits seit zwei Jahren wegen eines Bestechungsfalls in Italien. TI kämpft gegen Korruption in Wirtschaft und Staat. Die Organisation wurde 1993 von Peter Eigen gegründet, früher Direktor der Weltbank. Rund 40 deutsche Unternehmen sind Mitglied bei TI.

mik/AP/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.