Kosten-Schub Aldi gibt Preisgarantie auf

Als viele Kunden sich wegen der Mehrwertsteuer-Erhöhung Sorgen machten, ging Aldi in die Werbeoffensive – und garantierte Fix-Preise für 200 Produkte. Jetzt ist es damit vorbei: Der Discount-Marktführer hat zahlreiche Produkte verteuert, Konkurrenten ziehen nach.


Frankfurt am Main – "Die Mehrwertsteuer-Erhöhung übernehmen wir" – das versprach Aldi in seinen Annoncen im Herbst 2006, ein paar Monate vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer. Für rund 200 Produkte wurden damals die Preise eingefroren. Das galt auch für Lebensmittel, für die der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gilt und die von der Erhöhung gar nicht betroffen waren.

Aldi-Anzeige: Stabilie Preise?Nicht mehr
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Inzwischen habe Aldi seine Internet-Seite mit der Preisgarantie aus dem Netz genommen, berichtet die "Lebensmittel Zeitung". Zugleich habe der Discounter erstmals bei Produkten, für die die Garantie galt, die Preise erhöht.

Aldi wollte den Bericht auf Nachfrage nicht bestätigen oder dementieren.

Laut "Lebensmittel Zeitung" sind unter anderem Papiertuchartikeln und Saft teurer geworden. Grund seien gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. So koste ein Liter Saft "Rio d'Oro" im Tetrapak jetzt 89 Cent. Bis vor kurzem seien es 69 gewesen.

Aldi gibt nur Teil der Mehrkosten weiter - Lieferanten leiden

Betroffen seien darüber hinaus Brot- und Backwaren und einige Süßwaren sowie Kartoffelchips, schrieb die Zeitung. Ein Pfund deutsche Markenbutter koste nun 79 Cent, 4 Cent mehr als bisher. Die anderen Discounter zögen inzwischen bei vergleichbaren Produkten nach.

Aldi hatte sich im Herbst offen gehalten, die Preise zu erhöhen, wenn die Kosten für Rohstoffe oder Energie steigen sollten. Das ist inzwischen der Fall. Aldi hat sogar noch relativ lange gezögert, die Preise anzuheben. So ist der Preis für Orangensaft-Konzentrat innerhalb von zwei Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen. Aldi hat in diesem wie in anderen Fällen nur einen Teil der Mehrkosten an seine Kunden weitergegeben. "Da wird keineswegs die Marge aufgebessert", hieß es von einem Insider.

Die größte Last tragen derzeit die Lieferanten – einige kämpften sogar um ihr Überleben, heißt es in der "Lebensmittel Zeitung". Einige Hersteller sollen Aldi sogar mit einem Lieferstopp gedroht haben, wenn der Discounter die Preise nicht anheben würde.

itz/ddp/AFP



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