Kostenkontrolle Krankenkassen-Chef will freie Klinik-Wahl abschaffen

Bisher dürfen Kassenpatienten sich selbst aussuchen, in welchem Krankenhaus sie behandelt werden. Der Chef der KKH fordert nun, dieses Privileg abzuschaffen. Patienten, die sich widersetzen, sollten draufzahlen.


Essen - Die Reform des Gesundheitswesens ist vor allem eine Kostenfrage. Ingo Kailuweit, Chef der Kaufmännischen Krankenkasse KKH, begründet seine Forderung aber vor allem mit Gesichtspunkten der Qualität: "Bei planbaren Operationen sollen die Patienten ihre Krankenkasse fragen, welche Klinik sie aus Qualitätsgründen empfehlen", forderte der KKH-Chef im Interview der "Westdeutschen Allgemeinen".

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Versicherte, die der Forderung nachkämen, sollen nach Kailuweits Vorstellung finanzielle Vorteile erhalten. Sie müssten dann nur fünf statt zehn Euro Tagegeld bezahlen. Wer den Rat seiner Versicherung nicht befolge, müsse dagegen 20 Euro zahlen.

Bei der Nachsorge durch Fallmanager habe die KKH dieses Prinzip bereits eingeführt, sagte der Kassenchef. "Wir entscheiden, wer wann in welche Reha-Einrichtung geht." Damit würden sogenannte blutige Entlassungen verhindert, wenn Krankenhäuser aus Kostengründen Druck auf Rehabilitationskliniken ausübten, Patienten früher zu übernehmen.

Schmidt: In Mangelregionen auch Ärzte über 68

Im Protest gegen Kürzungen bei den Arzneimittelbudgets, sinkende Honorare und wachsende Bürokratie wollen heute in Berlin rund 2000 Kassenärzte an jeweils zweitägigen "Fortbildungsveranstaltungen" der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) teilnehmen - das sagte ein Sprecher der Organisatoren. Sie rechnen damit, dass sich jeder zweite Berliner Kassenarzt beteiligt. Viele Patienten werden daher ab heute vor verschlossenen Arztpraxen stehen. In Bürgersprechstunden wollen die Ärzte die Hintergründe ihres Protests erläutern.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will den Ärzten laut "Berliner Zeitung" mehr Freiheiten bei der Berufsausübung einräumen, um den Ärztemangel in den neuen Ländern und einigen westdeutschen Regionen zu bekämpfen. Die Zeitung zitiert aus einem Eckpunktepapier für eine Reform des ärztlichen Vertragsrechtes.

Darin werde vorgeschlagen, dass Ärzte künftig unbegrenzt andere Mediziner anstellen dürfen. Das soll auch dann gelten, wenn es sich um Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen handelt. Mediziner sollen zudem die Möglichkeit erhalten, an unterschiedlichen Orten Praxen zu betreiben. Damit wäre es zum Beispiel möglich, dass ein in Berlin niedergelassener Arzt in der unterversorgten Uckermark eine weitere Praxis unterhält, in der andere Mediziner angestellt sind.

In unterversorgten Regionen sollen demnach alle Altersgrenzen für die Tätigkeit von niedergelassenen Ärzten fallen. Damit dürften Ärzte länger als bis zum 68. Lebensjahr praktizieren. Zum Zeitpunkt der Niederlassung könnten sie zudem älter als 55 Jahre sein.

itz/ddp/dpa



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KlausD, 12.04.2005
1. Ja......
..so sind deutsche unternehmer. Es ist zum kot....was hier passiert und schadet unserem system immer mehr. Mir kommt das so or als wenn die unternehmer mit aller macht am sturz (abwahl) unserer regierung arbeitet. Aber auch die regierung läßt sich vorführen und sollte aus meiner sicht druck machen. Danke
boerneli, 13.04.2005
2.
Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden, die waren noch nie auf deren Seite. Eine schwarz-gelbe Regierung wird denen jeden Wunsch erfüllen. Für die Gesundheit heißt das alles macht der Markt und die Patienten dürfen noch viel mehr draufzahlen. Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt und jeder bezahlt den vollen Beitrag selber und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. Hier in Hamburg macht es die CDU-Alleinregierung schon vor. Die städtischen Krankenhäuser wurden mit Gewalt privatisiert, eben weil der Markt die Dinge am besten regelt, so wie die meinen und gerade wurde eine schicke Luxusklinik für die CDU-Privatpatientenklientel eröffnet, so sieht es aus das schicke Gesundheitssystem der Zukunft.
Ulrich lr., 22.04.2005
3. D
---Zitat von boerneli--- Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden ---Zitatende--- Stimmt. Wer will das nicht! ---Zitat von boerneli--- die waren noch nie auf deren Seite. ---Zitatende--- Stimmt nicht: z. B. Bei der Hartz IV-Reform, bei der jeder weiß, wem sie schadet, und kaum jemand zu finden ist, dem sie nützt, da waren die Wirtschaft und ihre Führer fest an der Seite unserer rot-grünen Regierung. ---Zitat von boerneli--- Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt [...]und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. ---Zitatende--- Den ersten Schritt dazu hat nicht etwa "Schwarz" oder "Gelb", sondern Rot-Grün getan - unter Federführung einer grünen leicht übergewichtigen Kettenraucherin, die zufällig gerade Gesundheitsministerin war: Dank Rot-Grün sind die Krankenkassen jetzt schon für Ältere ab 55 als Neuzugang gesperrt. Wer sich die teuren Privaten nicht mehr leisten kann, der ist dann eben nicht versichert, wie Sie richtig bemerken. Und die Zahl der Unversicherten wächst unter Rot-Grün unaufhaltsam, wie wir aus dem "Spiegel" wissen. Um aufs Forum-Thema zurückzukommen: Den unversicherten Patienten bleibt dann tatsächlich nichts weiter übrig als zu sparen.
Rainer Helmbrecht 22.04.2005
4.
---Zitat von Ulrich lr.--- Die niedergelassenen Ärzte "empfangen" nur 15 bis 16% der Kassenbeiträge. Der Rest (84 bis 85%!) fließt woanders hin. Kurz die bösen Kassenärzte sind vergleichsweise ein eher kleiner Kostenfaktor. Selbst wenn die Kassenärzte alle ganz umsonst arbeiten würden, würde der AOK-Beitrag von 14% gerade mal auf 11,8-11,9% sinken. Das bieten BKKn jetzt schon. Und? ---Zitatende--- Hallo Ulrich, dieser Beitrag ist aus dem "alten" Forum und wohl etwas untergegangen, weil das Forum "erneuert" wurde. Als ich das las dachte ich, der SpOn würde sich ein neues Internetportal anschaffen müssen, aber ........nix. Wirklich gute Erklärungen für Mißwirtschaft, werden wie Gott gewollt hingenommen. Sind wir nur noch Zuschauer unseres eigenen Lebens? Oder ist die Frage eines neuen Papstes, oder Ex Papstes so lebensbestimmend, daß solche "Kleinigkeiten" wie ein paar Milliarden, darunter untergehen? Ich jedenfalls war elektrisiert.
Volkhard Ehlert, 24.04.2005
5. Unser System ist schlecht und wird falsch finanziert
---Zitat von sysop--- Vier Milliarden Euro Überschüsse bei den Krankenkassen, aber keine Beitragssenkungen in Sicht. Krankenkassen-Vorstände und Ärzte-Verbandsfunktionäre genehmigen sich hohe Gehälter und Zusatzeinkommen. Sind die Kassen und Verbände zu Selbstbedienungsläden für Geschäftführer und Funktionäre verkommen? Oder sind die Manager-Gehälter angesichts ihrer großen Verantwortung gerechtfertigt? ---Zitatende--- Wir dürfen nicht nur immer an Symptomen eines grundsätzlich schlechten Systems korrigieren, sondern müssen es ggfs. neu aufstellen. Zum Beispiel schadet die die deutsche komplette Finanzierung unseres teuren Gesundheitssystems über die Arbeitskosten unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei den Herstellkosten globaler Produkte. Diese Kosten haben mit dem Herstellkostenprozeß eines Produktes - den es kostenmäßig durch den Unternehmer zu minimieren gilt - nichts zu tun. Zumindest der Teil der Kosten, den wir als Absicherung unseres Sozialstaates uns leisten wollen und den wir als Staatsaufgabe ansehen, gehört mehrwertsteuerfinanziert.
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