Krach in Hollywood Weinstein-Brüder verlassen Disney

Sie galten als Lieblinge der Kritik und als zwei der kreativsten Köpfe in ganz Hollywood: Die Brüder Bob und Harvey Weinstein, Gründer des Studios Miramax, haben ihrem Mutterkonzern Disney zu einem besseren Image und zahlreichen Oscar-Nominierungen verholfen. Nach langem Streit gründen sie nun eine neue, eigene Firma.


Los Angeles - Nach zwölf Jahren beenden die Weinsteins wie erwartet die Zusammenarbeit mit Disney und bauen ein eigenes Medienunternehmen auf. Dessen Arbeitstitel lautet The Weinstein Company. Das teilten beide Parteien am Dienstag nach monatelangen Verhandlungen mit. Disney behält die Rechte an dem Namen Miramax und die 800 Titel umfassende Filmbibliothek.

Harvey (links) und Bob Weinstein (rechts) mit Regisseur Robert Rodriguez: 100 Millionen als Abschiedsgeschenk
AP

Harvey (links) und Bob Weinstein (rechts) mit Regisseur Robert Rodriguez: 100 Millionen als Abschiedsgeschenk

Inoffiziell hieß es, Disney zahle den Weinstein-Brüdern rund 100 Millionen Dollar. Beide Unternehmen wollen zusammen noch Fortsetzungen von Erfolgsfilmen wie "Scary Movie" und "Spy Kids" produzieren.

Trotz künstlerischer Erfolge wie den "Der englische Patient", "Shakespeare in Love" und "Chicago", die auch zahlreiche Oscars gewannen, war der Beitrag von Miramax zum Filmumsatz des Disney-Konzerns relativ gering. Die Weinsteins waren zuletzt immer häufiger in Konflikt mit dem scheidenden Disney-Chef Michael Eisner geraten. Eisner hatte unter anderem die Verfilmung von "Herr der Ringe" abgelehnt, für die sich die Weinsteins stark gemacht hatten. Er glaubte, das Tolkien-Epos würde nur ein sehr kleines Publikum erreichen.

Für das Board ihrer neuen Firma haben die Weinsteins bereits prominente Unterstützer gewonnen - etwa Robert Redford und Paul Newman.



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