Kreditausfälle American Express verzeichnet schweren Gewinneinbruch

Konsumzurückhaltung, Kreditausfälle - American Express bekommt die Nachbeben der Finanzkrise zu spüren. Der Gewinn brach zum Jahresauftakt massiv ein.


New York - Der Finanzriese American Express leidet ähnlich wie viele Banken unter der rasant steigenden Arbeitslosigkeit in den USA. Ohne Job können immer weniger Bürger ihre Kartenrechnungen und Kredite zurückzahlen. Doch auch international nehmen die Ausfälle deutlich zu.

American-Express-Gebäude: Gesetz gegen Wucherzinsen
AFP

American-Express-Gebäude: Gesetz gegen Wucherzinsen

Das schlägt sich in den Zahlen des Unternehmens nieder: Der Überschuss von American Express (Amex) brach im ersten Quartal zum Vorjahr um 63 Prozent auf 361 Millionen Dollar (277 Millionen Euro) ein, wie der Konzern am Donnerstagabend in New York mitteilte.

Amex musste im ersten Quartal weitere 1,8 Milliarden Dollar als Risikovorsorge für Kreditausfälle zurückstellen. Die Erträge sackten um 18 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar ab. Der Finanzkonzern gehört zu den mit einer Milliardenspritze vom Staat gestützten Instituten und baut rund zehn Prozent seiner Stellen ab. Amex-Chef Kenneth Chenault wertete es angesichts der Krise als Erfolg, dass sich sein Haus in der Gewinnzone halten konnte. Im reinen US-Kartengeschäft schrieb Amex jedoch rote Zahlen.

Die Quartalsbilanz stieß auf ein gutes Echo, denn Analysten hatten wegen der Wirtschaftskrise einen noch kräftigeren Rückgang befürchtet. Im nachbörslichen Handel legten die Aktien des Instituts deutlich zu.

Das Kursplus kommt in der Höhe trotzdem überraschend, denn der Kreditkartenanbieter steht vor schwierigen Zeiten: US-Präsident Barack Obama kündigte am Donnerstag einen massiven Vorstoß gegen Auswüchse der Branche in den USA an. Mit einem Gesetz will er gegen überzogene Zinssätze, horrende Gebühren und Knebelverträge vorgehen. Obama hatte dazu eigens die Chefs der größten Kartenanbieter und Banken ins Weiße Haus zitiert.

Die enormen Belastungen etwa durch Zinssätze von teils 30 Prozent und mehr nehmen vielen Bürgern in der Rezession den letzten finanziellen Spielraum. Dies hatte zuletzt für zunehmende öffentliche Empörung gesorgt. Bei vielen Experten gelten die enormen Schulden der US-Verbraucher auf Kreditkarten noch immer als "tickende Zeitbombe".

Die Marktführer Visa und Mastercard legen ihre Zahlen nächste Woche vor. Sie leiden bisher weit weniger als Amex unter der Krise. Denn sie tragen das Risiko unbezahlter Kreditkartenschulden nicht selbst; es liegt stattdessen bei ihren Partnerinstituten und Mitgliedsbanken, die Visa- und Mastercard-Karten ausgeben.

mik/dpa



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