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Kreditkrise: Weiteren deutschen Banken drohen Liquiditätsengpässe

Die Hypo Real Estate ist durch eine staatliche Milliarden-Bürgschaft gerettet, doch Entwarnung bedeutet das nicht: Weitere deutsche Banken müssen nach SPIEGEL-Informationen größere Summen refinanzieren - wer ihnen die mehr als 200 Milliarden Euro leiht, ist völlig offen.

Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL hat sich vor allem die Landesbank Baden Württemberg insgesamt rund hundert Milliarden Euro geliehen, die bis Ende 2009 sukzessive fällig werden. Zählt man die kurzfristigen Forderungen an die LBBW-Töchter Sachsen LB und Landesbank Rheinland Pfalz dazu, erhöht sich der Betrag um weitere 13,5 Milliarden Euro.

Skyline von Frankfurt am Main: Keine Entwarnung im Bankenviertel
DDP

Skyline von Frankfurt am Main: Keine Entwarnung im Bankenviertel

Zum Vergleich: Bei der Hypo Real Estate sind es gerade mal 35 Milliarden Euro.

Auch die Bayerische Landesbank muss in dem Zeitraum 43 Milliarden Euro umschulden, bei der West LB und bei der Eurohypo sind es jeweils rund 30 Milliarden Euro.

Das Milliarden-Rettungspaket für den Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist informierten Kreisen zufolge nach zähem Ringen gesichert. Die deutsche Finanzindustrie einigte sich in der Nacht auf Freitag auf die Lastenverteilung. Damit wird ihr Teil der Bürgschaft im Volumen von 8,5 Milliarden Euro für Notfallkredite an den angeschlagenen Immobilienfinanzierer nicht nur von den Privatbanken getragen, sondern auch von Versicherern sowie öffentlich-rechtlichen Instituten und Genossenschaftsbanken.

Bereits Anfang der Woche hatten sich Bundesregierung und Banken grundsätzlich auf eine 35 Milliarden Euro schwere Bürgschaft sowie Finanzspritzen geeinigt. Am Donnerstagabend gab auch die EU grünes Licht für die Rettung des Finanzinstituts. Die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen stünden im Einklang mit EU-Recht, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit.

Mehr zu dem Thema im SPIEGEL, der ab Montag im Handel ist

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