Krise der Berliner Bankgesellschaft Bis zu 4000 Banker sollen gehen

Die Berliner Bankgesellschaft will massiv Arbeitsplätze abbauen, um schon im kommenden Jahr wieder Gewinn zu erzielen, heißt es in einem Zeitungsbericht. Ein Aufsichtsratsmitglied warnt derweil vor einer vollständigen Privatisierung.


Berliner Bankgesellschaft: Zu hoch hinaus.
AP

Berliner Bankgesellschaft: Zu hoch hinaus.

Berlin - Die angeschlagene Berliner Bankgesellschaft will bereits im kommenden Jahr wieder Gewinne machen und plant daher drastische Sparmaßnahmen. Die `Berliner Zeitung" berichtete in ihrer Samstagausgabe, das Geldinstitut wolle in großen Stil Arbeitsplätze abbauen und das Filialnetz von Berliner Bank und Sparkasse in der Hauptstadt deutlich straffen. Die Zeitung bezog sich dabei auf ein vertrauliches Sanierungskonzept der Bank für die EU-Kommission in Brüssel.

Dem Konzept zufolge will das Institut 2003 ein Plus von 75 Millionen Euro erzielen und 2005 den Gewinn sogar auf 344 Millionen Euro steigern, wie die Zeitung meldete. Mit dem Abbau von 4.000 Stellen sollen die Personalkosten um 306 Millionen Euro gesenkt werden. Die Bank plane auch, keine Filialen außerhalb Berlins mehr zu betreiben und von insgesamt 320 Filialen der Berliner Bank und Sparkasse 85 bis 95 zu schließen.

Das Aufsichtsratsmitglied der Bankgesellschaft, Hartmut Friedrich, hat laut `Welt am Sonntag" vor einer vollständigen Privatisierung der Bank gewarnt. Berlin dürfe nicht zur `sparkassenfreien Zone" werden, zitierte ihn das Blatt in einer Vorabmeldung. Am Dienstag hatte der Berliner Senat die Bank vor dem drohenden Konkurs gerettet. Die Abgeordneten stimmten zu, die Landeshaftung für eventuelle Verluste aus dem Immobiliengeschäft der Bankgesellschaft zu übernehmen. Die EU-Kommission will jedoch das Sanierungskonzept und die Haftung Berlins einer wettbewerbsrechtlichen Prüfung unterziehen.



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