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Kriselnder Autobauer: Neue Studie gibt Opel kaum Überlebenschancen

Der Bieterkampf um Opel steht vor der Entscheidung - doch ein streng vertrauliches Gutachten im Auftrag der Bundesregierung kommt zu dem Schluss: Weder Magna noch RHJI können den angeschlagenen Autobauer retten.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die Aussichten für Opel sind alles andere als rosig: Selbst nach einer Übernahme hat der angeschlagene Autobauer kaum Perspektiven, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf ein Gutachten der Investmentbank Lazard. Die von der Bundesregierung mit der Prüfung der Übernahmeangebote beauftragte Bank kommt demnach zu dem Schluss, dass der deutsche Autobauer langfristig nicht als eigenständige Marke etabliert werden könne. Insgesamt falle das Urteil der Investmentbanker vernichtend aus, schreibt die Zeitung.

Gebrauchter Opel: Zu klein für die Eigenständigkeit
REUTERS

Gebrauchter Opel: Zu klein für die Eigenständigkeit

Mit den Konzepten des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna, des Finanzinvestors RHJ International und des bereits aus dem Bieterrennen ausgeschiedenen chinesischen Autoherstellers BAIC sei die erforderliche Größe für einen eigenständigen Autobauer kaum erreichbar, zitiert das Blatt aus dem "streng vertraulichen" Dokument. Das Gutachten sei als Grundlage für die Bundesregierung bei den ersten Opel-Beratungen am Mittwoch im Bundeskanzleramt erstellt worden.

Nach Angaben der Zeitung wecken die Banker Zweifel an dem zentralen Rettungsargument der Politik, nach dem Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall innovative Marken seien, die erhalten und bestenfalls weltweit etabliert werden müssten. Nach der Analyse der Lazard-Banker gebe es dafür auch wenig Hoffnung: Opel und Vauxhall blieben in allen drei Konzepten für ein Überleben als eigenständiger Autokonzern zu klein. Das vierseitige Papier liste für alle drei Angebote Vor- und Nachteile auf. Ein eindeutiger Sieger sei nicht auszumachen.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) widersprach jedoch der Meinung, dass Opel Europa zu klein sei, um eigenständig bestehen zu können. "Es ist allen Beteiligten immer klar gewesen, dass ein eigenständiges Opel Europa nur in enger Kooperation mit GM Amerika funktioniert. Deswegen verhandeln wir ja auch so intensiv mit GM über ein gemeinsames Konzept", erklärte er nach Angaben der Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden. Durch eine langfristige Zusammenarbeit zwischen dem europäischen Opel- Unternehmen und dem transatlantischen Partner werde eine ausreichende Größe erreicht, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Unterdessen wiesen Kreise der Opel-Treuhand Berichte zurück, nach denen Mitglieder des Treuhand-Beirats einen Einstieg des Zulieferers Magna bei dem Autobauer ablehnten. "Der Prozess läuft noch, es gibt keine Vorfestlegungen", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person am Freitag. Mehrere Medien hatten berichtet, dass sich die beiden von Bund und Ländern entsandten Beirats-Mitglieder für RHJI oder eine Insolvenz Opels ausgesprochen hätten. Laut "Financial Times Deutschland" wiesen der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer und der Insolvenzverwalter Dirk Pfeil sogar Aufforderungen der Politik zurück, sich dem Votum für Magna zu beugen.

Die Opel-Treuhand hält 65 Prozent der Anteile an Opel. Ihr Beirat unter Vorsitz des Präsidenten der amerikanischen Handelskammer AmCham, Fred Irwin, muss die letzte Entscheidung über den Käufer des Autobauers treffen. In dem Gremium sitzen neben den beiden Vertretern von Bund und Ländern auch zwei von GM. Zwar sind die Mitglieder zur Unabhängigkeit verpflichtet und müssen allein nach wirtschaftlichen Kriterien abstimmen. Es gilt in Verhandlungskreisen jedoch als unwahrscheinlich, dass der Beirat eine eventuelle Einigung von GM und Politik noch kippen würde. Bund und Länder favorisieren Magna, GM bevorzugt das Konzept von RHJI.

yes/dpa

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Forum - Wer soll Opel retten?
insgesamt 2958 Beiträge
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1.
IsArenas, 27.04.2009
Fiat! Soviel Lokalpatriotismus muss sein. Lust wär's und gut iss. Ahnung habe ich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit daneben zu liegen, ist aus meiner Sicht bei der Alternative genauso groß, eben deshalb, weil eh NIEMAND den Durchblick hat.
2.
m-pesch, 27.04.2009
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
Egal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
3.
Hartmut Dresia, 27.04.2009
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
So oder so, 5 Milliarden Euro könnte den Staat die Rettung kosten (http://www.plantor.de/2009/opel-5-milliarden-euro-koennte-den-staat-die-rettung-kosten/). Schon jetzt kämpft die Autoindustrie mit großen Überkapazitäten. Sergio Marchionne, Fiat-Chef und UBS-Vizepräsident, glaubt, dass letztlich nur sechs oder fünf globale Autokonzerne überleben werden. Von den 94 Millionen Autos Jahreskapazität seien 30 Millionen überflüssig. Er erwarte eine Welle von Konsolidierungen.
4.
rkinfo 27.04.2009
Zitat von m-peschEgal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,621228,00.html 27. April 15.40 Uhr: Das *General-Motors-Management *bittet die Regierung in Washington um eine weitgehende *Verstaatlichung*. Wie GM mitteilte, soll der amerikanische *Staat die Hälfte* der *Konzernaktien* erhalten und dafür dem Unternehmen im Gegenzug die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden US-Dollar erlassen. Wenn sich die Politik bei uns nicht beeilt wird bald B- Obama Chef bei Opel sein ... "Yes we can" Cars - Made in Rüsselsheim.
5. kkollektives halluzinieren
vanill68 27.04.2009
allenthalben liest man in deutschen medien, daß fiat opel technologie abschöpfen könnte. meine frage dazu ? was kosten eigentlich bekiffte journalisten. gilt es in d. noch, etwas zu recherchieren, bevor man es schreibt. oder genügt dazu das ja vom opel-betriebsrat ? opel hat ***keine*** nennenswerte technik ! beim insignia ist allenfalls die integration zugekaufter komponenten geglückt. fiat entwickelt und baut diesel-motoren, die state-of-the-art sind. und opel kauft sie. wo opel motoren drin sind, folgen verkaufseinbrüche (alfa 159, die benziner) commonrail ist eine fiat entwicklung, entwickelt bei elasis/neapel, erstmals käuflich im alfa 156. fiat hat neueste technologien im benziner bereich in der pipeline ... die qualität deutscher medien ist zum schreien, oder wird bezahlt ? - bisher kannte man das ja nur von der autobild.
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