Krisengewinnler Ex-Lehman-Banker bekommen Milliarden-Boni

Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers löste die globale Finanzkrise aus. Doch nun bekommen 2500 Mitarbeiter des Pleite-Unternehmens nach SPIEGEL-Informationen milliardenschwere Garantieboni von ihrem neuen Arbeitgeber - ausgerechnet für die Krisenjahre 2008 und 2009.


Hamburg - 2500 Ex-Lehman-Mitarbeiter in Europa haben für die Krisenjahre 2008 und 2009 Garantieboni in Höhe von zwei Milliarden Dollar kassiert. Während die Pleite ihrer Bank die Weltfinanzkrise ausgelöst hat, verdienten sie nach Informationen des SPIEGEL im Schnitt rund 400.000 Dollar - pro Person.

Am 15. September 2008 brach die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammen - und brachte damit eine verheerende Kettenreaktion in Gang. Das globale Finanzsystem stand vor dem Kollaps, die Welt erlitt einen Vermögensverlust von mindestens 15 Billionen Dollar.

Die Banker wurden im Oktober 2008 vom japanischen Finanzhaus Nomura übernommen und mit Garantieboni zum Bleiben überredet. Viele Garantien laufen erst im März dieses Jahres aus. Die meist in London ansässigen Investmentbanker sind auch nicht von der Strafsteuer der britischen Regierung in Höhe von 50 Prozent betroffen.

Die Garantieboni würden steuerlich wie Fixgehälter behandelt, heißt es zur Begründung. Christian Meissner, der Ex-Europachef von Lehman und jetzt Europachef von Nomura, klagt zudem beim Konkursverwalter seines alten Arbeitgebers 17,3 Millionen Dollar ein, die ihm in seinen vier Jahren bei der US-Bank zugesichert, aber noch nicht ausgezahlt wurden.



insgesamt 257 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
japan10 30.01.2010
1.
Zitat von sysopDie Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise beschäftigen weiterhin Politik und Unternehmen. Die Diskussion um Schuld und Haftung für die Folgen des Desasters gehen weiter. Können verantwortliche Banker von der Justiz hierfür belangt werden?
Bei uns in D auf gar keinen Fall.
Berg 30.01.2010
2.
Zitat von sysopDie Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise beschäftigen weiterhin Politik und Unternehmen. Die Diskussion um Schuld und Haftung für die Folgen des Desasters gehen weiter. Können verantwortliche Banker von der Justiz hierfür belangt werden?
Kann denn in einer Bank jede Finanzaktion genau einem bestimmten Banker zugeordnet werden? Wie werden denn Überweisungen, Ein- und Verkäufe von Finanzprodukten usw. ausgelöst? Wer hat die entscheidenen Unterschriftsvollmachten? Was wissen die Banker untereinander vom Geschäft im Nebenzimmer? Welche hierarchien sind in einem Bankgebäude eingerichtet? Welche persönliche Haftung wird Bankern zugeordnet? Geht es dort um Tages-, Monats- oder Jahresbilanzen? Wird Plus und Minus täglich, monatlich oder kumulativ übers Jahr ermittelt? Werden Verluste gegen Gewinne aufgerechnet? Gibt es Grenzen für Peanuts? Was ist unter "belangen" zu verstehen: Verfehlung, Schuldzuweisung, Verbrechen, strafrechtliche Relevanz? Das wüsste ich gerne, bevor die o.g. Frage beantwortet wird.
Knippi2006 30.01.2010
3.
Zitat von BergKann denn in einer Bank jede Finanzaktion genau einem bestimmten Banker zugeordnet werden? Wie werden denn Überweisungen, Ein- und Verkäufe von Finanzprodukten usw. ausgelöst? Wer hat die entscheidenen Unterschriftsvollmachten? Was wissen die Banker untereinander vom Geschäft im Nebenzimmer? Welche hierarchien sind in einem Bankgebäude eingerichtet? Welche persönliche Haftung wird Bankern zugeordnet? Geht es dort um Tages-, Monats- oder Jahresbilanzen? Wird Plus und Minus täglich, monatlich oder kumulativ übers Jahr ermittelt? Werden Verluste gegen Gewinne aufgerechnet? Gibt es Grenzen für Peanuts? Was ist unter "belangen" zu verstehen: Verfehlung, Schuldzuweisung, Verbrechen, strafrechtliche Relevanz? Das wüsste ich gerne, bevor die o.g. Frage beantwortet wird.
Sie stellen zwar teils sinnvolle Fragen, wie wär es denn aber mit denen: Wann wußten die Verantwortlichen in der DB von der Höhe des Risikos bei bestimmten Engagements? Wann wurden eben diese risikobehafteten Papiere in die öffentlichen Banken gedrückt? Vor oder nach interner Bewußtwerdung über das Risiko? Wer war daran beteiligt, welche persönlichen (Ex DB-Mitarbeiter in Vorstand der IHK etc.) und politischen Verbindungen wurden hierfür genutzt? Schon lange hätte eine Staatsanwaltschaft die Unterlagen der Deutsche Bank, IKB und KFW sowie der HRE sichten müssen. Hierzu zählen vor allem Protokolle der Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen sowie die damit verbundenen internen Vermerke, E-Mails usw. Dass dies nicht getan wurde, lässt Rückschlüsse auf politische Einflußnahme bei den zuständigen Staatsanwaltschaften vermuten, denn es gibt eindeutige Hinweise, auch schriftlicher Art über derlei Vorgänge. Ich halte das, was da abgelaufen ist für ein Musterbeispiel organisierter Kriminalität.
Berg 30.01.2010
4.
Zitat von Knippi2006Sie stellen zwar teils sinnvolle Fragen, wie wär es denn aber mit denen: Wann wußten die Verantwortlichen in der DB von der Höhe des Risikos bei bestimmten Engagements? Wann wurden eben diese risikobehafteten Papiere in die öffentlichen Banken gedrückt? Vor oder nach interner Bewußtwerdung über das Risiko? Wer war daran beteiligt, welche persönlichen (Ex DB-Mitarbeiter in Vorstand der IHK etc.) und politischen Verbindungen wurden hierfür genutzt? Schon lange hätte eine Staatsanwaltschaft die Unterlagen der Deutsche Bank, IKB und KFW sowie der HRE sichten müssen. Hierzu zählen vor allem Protokolle der Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen sowie die damit verbundenen internen Vermerke, E-Mails usw. Dass dies nicht getan wurde, lässt Rückschlüsse auf politische Einflußnahme bei den zuständigen Staatsanwaltschaften vermuten, denn es gibt eindeutige Hinweise, auch schriftlicher Art über derlei Vorgänge. Ich halte das, was da abgelaufen ist für ein Musterbeispiel organisierter Kriminalität.
Mich brauchen Sie nicht zu überzeugen. Ich bin ganz Ihrer Meinung. Allerdings ordne ich dieses Bankengehabe, das Profitstreben, die Geldgier, die Spielermentalitäten dem ganz gewöhnlichen Kapitalismus zu, wo Gewinnmachen über allem steht. Und an diesem System wird nunmal nicht gerüttelt. "Kriminell" würde bedeuten, dass Straftatbestände überhaupt ersteinmal definiert werden müssten; denn keiner hat ABSICHTLICH seine Finanztransaktion in die Verluste gefahren. IMMER wollten ALLE gewinnen. Der Begriff "Risiko" allein verbirgt, dass Verluste zu erwarten sind - fragt sich nur wo, bei wem.
Interessierter0815 30.01.2010
5.
Zitat von sysopDie Folgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise beschäftigen weiterhin Politik und Unternehmen. Die Diskussion um Schuld und Haftung für die Folgen des Desasters gehen weiter. Können verantwortliche Banker von der Justiz hierfür belangt werden?
Justizia ist die Hure des Kapitals, also wie soll das funktionieren?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.