Kritik an Grenzwerten Viele Mineralwässer mit Uran belastet

Verbraucherschützer haben die Uran-Konzentration von 825 Mineralwassersorten zusammengetragen - mit einem alarmierenden Ergebnis: Jedes achte weist demnach eine zu hohe Belastung mit dem Schwermetall auf und ist mindestens für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet.


Berlin - Nach Angaben der Organisation Foodwatch enthält jedes achte Mineralwasser zu viel Uran. Damit könnten gesundheitliche Risiken vor allem bei Babys und Kleinkindern nicht ausgeschlossen werden, teilte Foodwatch am Dienstag mit. Die Verbraucherschützer forderten die Bundesregierung auf, gesetzliche Grenzwerte von zwei Mikrogramm Uran pro Liter Wasser festzulegen. Das Umweltbundesamt hält Werte um die zehn Mikrogramm allerdings nicht für schädlich.

Mineralwasser: Foodwatch fordert einen Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran pro Liter
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Mineralwasser: Foodwatch fordert einen Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran pro Liter

Zu viel Uran in trinkbarem Wasser kann die Niere schädigen. "Zwei Mikrogramm Uran pro Liter Wasser sind besser als zehn Mikrogramm", sagte Experte Hermann Dieter vom Umweltbundesamt. "Das heißt aber nicht, dass zehn Mikrogramm schädlich sind." Das gelte auch für Kinder.

Abgepacktes Wasser dürfe zwar nur als "für Säuglinge geeignet" ausgezeichnet werden, wenn es weniger als zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthalte. Das habe jedoch vorrangig etwas mit Werbeaspekten zu tun, ergänzte Dieter.

Strenger urteilt das Umweltbundesamt allerdings bei Trinkwasser aus der Leitung. Hier gelten höchstens zehn Mikrogramm Uran pro Liter als Leitwert. Mineralwassermarken würden gewechselt, erläuterte Dieter einen Unterschied. Wer am Geburtsort bleibe, nutze aber immer das gleiche Leitungswasser. Lebenslang mehr als zehn Mikrogramm Uran je Liter Trinkwasser hält auch der Experte für schädlich. Grenzwerte gibt es in Deutschland bisher aber weder für Mineral- noch für Trinkwasser.

Für die Analyse hatte Foodwatch 435 Mineralwassermarken untersucht und 825 Uran-Messdaten erstellt. 87 Prozent enthielten bereits weniger als zwei Mikrogramm Uran pro Liter, stellten die Verbraucherschützer fest. Bei vier der untersuchten Marken und zwei Heilwässern habe der Wert jedoch über zehn Mikrogramm gelegen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde der vom Umweltbundesamt empfohlene Leitwert für Uran im Leitungswasser mit 10 Milliliter pro Liter angegeben. Tatsächlich handelt es sich um 10 Mikrogramm pro Liter. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

ore/dpa



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