Kündigungsklage: Hypo Real Estate muss Ex-Chef Gehalt nachzahlen

Juristischer Teilerfolg für Georg Funke: Der umstrittene Ex-Chef der Skandalbank Hypo Real Estate erhält nachträglich zwei Monatsgehälter in Höhe von 150.000 Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Sein Kampf um eine Millionenzahlung geht jedoch weiter.

Ex-HRE-Chef Georg Funke: Arbeitsvertrag eigentlich bis 2013 Zur Großansicht
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Ex-HRE-Chef Georg Funke: Arbeitsvertrag eigentlich bis 2013

München - Seine Rolle bei der Fastpleite der Hypo Real Estate ist noch nicht geklärt - dennoch hat Georg Funke erfolgreich auf eine Nachzahlung seines Gehalts geklagt. Das Landgericht München I gab seiner Forderung nach zwei Monatsgehältern Recht, die verstaatlichte HRE muss ihm nun 150.000 Euro zahlen.

Funke und weitere frühere HRE-Vorstände mussten wegen der Fastpleite des Immobilienfinanzierers im Herbst 2008 ihre Posten räumen und hatten gegen ihre Kündigungen geklagt. Funke will insgesamt 3,5 Millionen Euro an Gehaltsnachzahlung haben, weil sein Arbeitsvertrag eigentlich bis 2013 lief.

Das Gericht gab der Klage jetzt in dem sogenannten Urkundsprozess zunächst statt, da Funke das Geld aufgrund seines Arbeitsvertrags zustehe. Ob das Geld tatsächlich fließen wird ist aber ungewiss, da in einem weiteren Verfahren noch über die Rechtmäßigkeit der Kündigung entschieden werden muss. Die HRE hatte die Kündigung immer wieder verteidigt.

Unter Funkes Führung war die HRE fast kollabiert und musste mit Hilfen von zeitweise mehr als 140 Milliarden Euro gerettet werden. Inzwischen ist sie vollständig im Staatsbesitz. Die HRE wirft Funke vor, die Bank mit einer Bilanzsumme von fast 400 Milliarden Euro ins Verderben geführt zu haben. Versäumnisse beim Risikomanagement werden Funke vorgeworfen. Pflichtverletzungen bei seiner Refinanzierungsstrategie. Und vor allem: grobe Fehler bei der 5,7 Milliarden Euro teuren Übernahme der irischen Depfa-Bank 2007.

yes/dpa/AFP

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insgesamt 70 Beiträge
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1. Spendenkonto?
susie.sunshine 15.10.2010
Zitat von sysopJuristischer Teilerfolg für Georg Funke: Der umstrittene Ex-Chef der Skandalbank Hypo Real Estate erhält nachträglich zwei Monatsgehälter in Höhe von 150.000 Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Sein Kampf um eine Millionenzahlung geht jedoch weiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,723260,00.html
Guten Tag Herr Funke, soll ich Ihnen nicht noch ein Spendenkonto aufmachen? Ich kann Ihre Armut und ungerechte Behandlung nicht mehr ertrage. Kurze eMail genügt!
2. Verantwortlichkeiten
maconaut 15.10.2010
Herr Funke streitet nur um das, was ihm vertraglich zusteht. Das verstehe ich noch. Was man kritisieren muss, sind die Verantwortlichen, die solche Verträge abschließen oder zulassen. Darüber schweigt man aber lieber.
3. Was soll der Neid?
camba 15.10.2010
Man hat mit Funke einen Vertrag gemacht. Wer sind dann die Vertragspartner? Ich gehe davon aus, dass das die Aktionärsvertreter waren. Haben diese bei der Vertragsgestaltung geschlafen? Wer sind sie und sind nicht diese schuld?
4. ??
Gande 15.10.2010
Zitat von sysopJuristischer Teilerfolg für Georg Funke: Der umstrittene Ex-Chef der Skandalbank Hypo Real Estate erhält nachträglich zwei Monatsgehälter in Höhe von 150.000 Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Sein Kampf um eine Millionenzahlung geht jedoch weiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,723260,00.html
Kann niemand diesen Kerl mal auf den Boden der Tatsachen runterholen?? Mit seiner Geldgier und seinem arroganten Verhalten hat er etliche Leute ins Unglück gestürzt. So ein Schmarotzer aalt sich noch in seiner Großmannssucht. Für diesen "Experten" wäre die unterste Stufe von Hartz4 angebracht!
5. ein VEB Betrieb...
donnerbalken 15.10.2010
Zitat von susie.sunshineGuten Tag Herr Funke, soll ich Ihnen nicht noch ein Spendenkonto aufmachen? Ich kann Ihre Armut und ungerechte Behandlung nicht mehr ertrage. Kurze eMail genügt!
Wir sind Hypo Real Estate ...Wir sind das Volk... Die Hypo Real Estate ist zur Zeit ein VEB Betrieb, bitte nicht vergessen...
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Immobilienbank in Not
Die Hypo Real Estate
Die Hypo Real Estate ist ein vergleichsweise junges Unternehmen. Sie ist erst im Jahr 2003 entstanden, als die HypoVereinsbank ihr gewerbliches Immobilienfinanzierungsgeschäft abgespaltet hat. Im Oktober 2003 ging die Hypo Real Estate an die Börse und schaffte es dort gut zwei Jahre später in den Dax. Später stieg das Unternehmen zunächst in den MDax ab, seit der Verstaatlichung ist es an der Börse nicht mehr notiert.
Die Finanzkrise
Von sich reden machte die Hypo Real Estate, als sie die in Irland angesiedelte Depfa Bank für 5,7 Milliarden Euro schluckte. Durch die Übernahme wollten die Münchner Zugang zu staatlichen Projekten bekommen, auf welche die Depfa weltweit spezialisiert ist. Im Visier waren unter anderem die Finanzierung großer Projekte wie Bürogebäude, Flughäfen, Brücken oder Kliniken. Angesichts klammer Kassen bei Bund, Ländern und Gemeinden galt dies als vielversprechendes Geschäftsmodell.
Dann ging es mit dem Unternehmen jedoch steil bergab: Im Jahr 2008 fiel der Vorsteuergewinn wegen der Finanzkrise und der Übernahme der Depfa von 1,06 Milliarden Euro auf 862 Millionen Euro. Unterm Strich ging das Ergebnis von 542 auf 457 Millionen Euro zurück.
Auch der Aktienkurs litt unter den Problemen. Nach gut 57 Euro im Jahr 2006 sackte das Papier auf nur noch knapp 13,50 Euro ab. Den vermeintlich günstigen Kurs nutzte der US-Investor Christopher Flowers und stieg bei der Hypo Real Estate ein. Zuletzt hielt er gut 24 Prozent an der HRE.
Die Verstaatlichung
In den Jahren 2008 und 2009 wurde die HRE zu dem Symbol für die Finanzkrise in Deutschland. Der Immobilienfinanzierer musste mit Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro gerettet worden, die großteils vom Staat kamen. Begründet wurde dies damit, dass die HRE eine systemrelevante Bank sei - ihr Untergang hätte also andere Finanzinstitute und damit womöglich die gesamte Volkswirtschaft mit nach unten gerissen. Aus diesem Grund betrieb der Bund über seinen Bankenrettungsfonds Soffin die Verstaatlichung der HRE. Im Jahr 2009 wurde tatsächlich der letzte private Aktionär aus dem Unternehmen gedrängt, seitdem ist der Soffin der Alleinaktionär der HRE.