Kurioser Fund: Bank muss wertvolles Uralt-Sparbuch auszahlen

Ein Bankkunde freut sich über einen unverhofften Geldsegen: Der Mann entdeckte ein Sparbuch aus dem Jahr 1959 - im Wert von 106.000 D-Mark. Dank Zinsen steht ihm mittlerweile das Sechsfache zu. Die Bank weigerte sich erst zu zahlen, doch Richter sprachen nun ein Machtwort.

Frankfurt am Main - Das Geld war als Starthilfe für den Sohn gedacht, im Jahr 1959. Der Vater zahlte 106.000 D-Mark auf ein Sparbuch bei der Dresdner Bank. Doch er verstarb früh und erst 48 Jahre später entdeckte sein Sohn das Sparbuch. Über diese kuriose Erbschaft berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Bei der Bank stieß der Erbe mit seinem alten Heftchen demnach zunächst auf Ablehnung: Pauschal und ohne weitere Begründung habe man das Sparbuch als Fälschung deklariert. Der Kunde zog vor Gericht, und bekam nun vom Oberlandesgericht Frankfurt Recht: An der Echtheit des Sparbuchs gebe es keinen Zweifel, die Bank müsse das Geld auszahlen.

Das Gericht ließ allerdings Revision zum Bundesgerichtshof zu. Das müsste innerhalb eines Monats geschehen. Mittlerweile dauert das Verfahren bereits mehr als drei Jahre.

Für den Kunden scheint sich der jahrelange Rechtsstreit allerdings zu lohnen: Dieser recherchierte den Spareckzins der Banken in den vergangenen 50 Jahren und kommt laut "SZ" auf einen Gesamtbetrag in Höhe von 280.000 bis 320.000 Euro - das Sechsfache des ursprünglichen Betrags. "Da sieht man einmal, was der Zinseszinseffekt ausmacht", sagte sein Anwalt der Zeitung. "Aber nicht jeder will sich so lange Zeit lassen."

cte

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insgesamt 83 Beiträge
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1. meine meinung
meinmein 07.03.2011
Zitat von sysopEin Bankkunde*freut sich über einen unverhofften Geldsegen: Der Mann entdeckte ein Sparbuch aus dem Jahr 1959 - im Wert von 106.000 D-Mark. Dank Zinsen steht ihm*mittlerweile das Sechsfache zu. Die Bank weigerte sich*erst zu*zahlen,*doch Richter sprachen nun ein Machtwort. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,749450,00.html
Soviel zur Sicherheit eines Sparbuchs. SPON sollte die Bank nennen, damit man deren Verhalten entsprechend würdigen kann.
2. Selbstbetrug
HariboHunter 07.03.2011
**Dieser recherchierte den Spareckzins der Banken in den vergangenen 50 Jahren und kommt laut "SZ" auf einen Gesamtbetrag in Höhe von 280.000 bis 320.000 Euro - das Sechsfache des ursprünglichen Betrages. "Da sieht man einmal, was der Zinseszinseffekt ausmacht** Vor 50 Jahren konnte ich mir fuer 5000DM einen neuen Kaefer kaufen. Das Sparbuch war also 21 Autos wert. -Toll Heute kostet ein Golf in der Grundausstattung. Wieviel? 20.000Euro? Dann kann ich mir mit dem Sparbuch heute 16Golf leisten. Inflation frisst also Zinsen!
3. Auf Thema antworten
matthias_b. 07.03.2011
Zitat von HariboHunterInflation frisst also Zinsen!
Das stimmt, aber wenn der Käfer heute so wie damals neu produziert würde, in der gleichen Ausstattung, und parallel zum Golf VI angeboten würde - für 16000 vs. 20000 Euro. Was würden Sie nehmen?
4. Wäre interessant zu erfahren, ...
Gerdjürgen 07.03.2011
... * Wie die Bank ihre Zahlungsverweigerung begründet hat. Die Sache war ja vor dem OLG, ist also in der zweiten Instanz. Demnach muss ja in der Sache argumentiert worden sein. * Wie die Bank das "Geldgeschenk", als das sie den Verbleib des Geldes bei ihr offenbar sah, verbucht hat. Sowohl bilanztechnisch als auch steuerrechtlich stelle ich als Laie mir das spannend vor... * Und wie schon ein anderer Kommentator schrieb, wäre es schön zu erfahren, welche Bank so kundenfreundlich handelt.
5. Titel
madoschilus 07.03.2011
@meinmein: Sie könnten jede x-beliebige Bank wählen, besser oder schlechter erscheint mir da keine. Kapitalismus ist wie ein böses Weib. @Haribo: Sie haben natürlich Recht. Geld horten lohnt sich nur für Banken ;-) Trotzdem eine gute Sache!!! So ein Taschengeld...
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