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Kurs-Desaster: Dax verliert zu Börsenbeginn fünf Prozent

Desaströser Auftakt an der deutschen Börse: Bereits in den ersten Minuten verlor der Dax über fünf Prozent - und liegt damit so niedrig wie seit Dezember 2006 nicht mehr. Zuvor waren die asiatischen Börsen eingebrochen. Nervös warten die Anleger auf die Reaktionen der Wall Street.

Frankfurt am Main - Der Ausverkauf geht weiter: Zum Börsenauftakt fiel der Dax Chart zeigen um fünf Prozent auf 6420 Punkte. Zuletzt erholte er sich wieder etwas und stieg auf 6608 Zähler. Für den MDax Chart zeigen ging es um 5,06 Prozent auf 7539 Zähler nach unten. Der TecDax Chart zeigen rutschte nach einer ungewöhnlich langen Eröffnungsauktion um 5,08 Prozent auf 688 Punkte ab, wobei noch nicht für alle Werte ein Kurs festgestellt wurde. "Die Börsen sind im freien Fall", sagte ein Händler.

Händler an der Frankfurter Börse: Kursrutsch nach dem Asien-Crash
DPA

Händler an der Frankfurter Börse: Kursrutsch nach dem Asien-Crash

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien der Banken. So brachen die Titel der Deutschen Bank Chart zeigen um bis zu 7,8 Prozent ein, die der Commerzbank Chart zeigen um bis zu 5,3 Prozent und die der Postbank Chart zeigen um bis zu elf Prozent. Die Titel des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate Chart zeigen verloren in der Spitze 9,8 Prozent, erholten sich dann aber spürbar. Die Aktien der Allianz Chart zeigen brachen um bis zu neun Prozent ein.

Die Kursverluste in London, Paris und Zürich waren ähnlich dramatisch. Der paneuropäische Stoxx 50 Chart zeigen fiel um 3,5 Prozent, der EuroStoxx 50 Chart zeigen um 3,7 Prozent. Der Schweizer Index SMI Chart zeigen verlor in den ersten Minuten 4,51 Prozent und fiel auf 6958 Punkte.

Börsencrash in Asien und Australien

Auch in Asien und Australien stürzten die Kurse bis zu zehn Prozent ab. In Indien waren die Verluste sogar so hoch, dass der Handel wenige Minuten nach Börsenöffnung für eine Stunde ausgesetzt wurde. Der indische Leitindex Sensex brach am Dienstag um mehr als zwölf Prozent ein und verzeichnete damit den größten Tagesverlust in seiner Geschichte. Der indische Finanzminister Palaniappan Chidambaram rief die Anleger zur Ruhe auf. Bereits gestern hatte der Sensex 7,41 Prozent verloren.

In Tokio schloss der Nikkei Chart zeigen um 5,65 Prozent schwächer. Erstmals seit 26 Monaten lag er unter der psychologisch wichtigen 13.000-Punkte-Marke. Auch die Börsenkurse in China stürzten erneut schwer ab. Der Shanghai-Index der wichtigsten Börse auf dem chinesischen Festland verlor bei Handelsschluss um 7,22 Prozent, bereits am Vortag war er um fünf Prozent abgesackt. Händler sprechen vom schwersten Kurssturz seit mehr als sieben Monaten.

In Hongkong sackte der Index Hang Seng Chart zeigen um acht Prozent ab. In Singapur büßte der Straits-Times-Index zum Schluss des Morgenhandels 4,83 Prozent ein. Die Börse in Jakarta verzeichnete zu Handelsbeginn einen Kurssturz um 9,2 Prozent. In Australien folgten die Börsenkurse ebenfalls dem Abwärtstrend aus den USA und Europa. Der All-Ordinaries-Index sank um 5,7 Prozent. In Neuseeland büßte der NZX50-Index im Vormittagsgeschäft fast vier Prozent ein.

"Globaler Dominoeffekt"

Die Reaktionen der Experten fielen düster aus: Japans Wirtschaftsministerin Hiroko Ota warnte vor einem "globalen Dominoeffekt". Koji Takeuchi, leitender Analyst des Mizuhu-Forschungsinstituts in Tokio, sagte: "Solange wir nicht einige positive 'Schockeffekte' wie etwa drastische Maßnahmen der US-Regierung bekommen, gibt es keine Hoffnung auf eine Kurserholung."

"Das Minus in Tokio könnten wir noch verkraften, aber Indien und China mit rund elf und acht Prozent sind schon heftig", kommentierte ein weiterer Börsianer. Im Moment blickten alle bange zur Wall Street, die heute um 15.30 Uhr MEZ in die Woche startet. Gestern blieb sie wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen.

Die Prognosen sind allerdings alles andere als rosig: Vorbörsliche Indikatoren deuten auf einen Rückgang des Dow Jones um bis zu 4,1 Prozent hin. Einige Anleger hoffen schon auf eine Notzinssenkung der US-Notenbank Fed.

Aus Angst vor einer weltweiten Rezession waren gestern die Aktienkurse an vielen Börsen eingebrochen. Die Börsen in den USA waren . Deswegen wurde mit Spannung der heutige Handel erwartet.

Der Dax stürzte gestern so stark ab wie seit den Anschlägen in New York am 11. September 2001 nicht mehr. Er schloss über sieben Prozent im Minus bei 6790 Punkten. Laut "Financial Times Deutschland" vernichtete der Crash gut 63 Milliarden Euro Börsenwert. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte vor einer Börsenpanik.

Die schwersten Verluste mussten Finanztitel einstecken: Investoren fürchten, dass sich in zahlreichen Bilanzen weitere Risiken aus der US-Finanzkrise verbergen. Viele halten das von US-Präsident George W. Bush angekündigte Konjunkturprogramm für nicht ausreichend. In Deutschland drückte zudem eine Ankündigung der WestLB-Bank den Kurs: Das Institut hatte gestern Milliardenverluste bekanntgegeben.

ssu/asc/AFP/AP/dpa/Reuters

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