Kursrutsch US-Finanzkrise löst Börsenbeben in Asien aus

Dramatischer Kurseinbruch an den asiatischen Börsen: Die Finanzkrise in den USA hat nun auch Tokio, Hongkong und Seoul erfasst. Die Verluste waren die schlimmsten seit Jahren, Japans Zentralbank pumpte umgehend eine Milliardensumme in den Markt.


Tokio - Am Montag waren einige Börsen in Japan wegen eines Feiertags geschlossen, nun dringt die Finanzkrise in den USA mit aller Macht durch: Die wichtigsten Börsen in Asien haben mit deutlichen Kursverlusten auf die Turbulenzen an den US-Finanzmärkten reagiert. In Hongkong stürzten die Kurse im frühen Handel am Dienstag um 6,49 Prozent ab. In Südkorea verlor der Index vorübergehend 6,5 Prozent, der Nikkei Chart zeigen in Tokio rutschte um 4,48 Prozent ab und sank gleich zum Handelsauftakt erstmals seit März unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten.

Kursrutsch an der Tokioter Börse: Schwere Verluste nach US-Krise
AP

Kursrutsch an der Tokioter Börse: Schwere Verluste nach US-Krise

Am Montag waren bereits alle asiatischen Märkte, die geöffnet hatten, in die roten Zahlen gestürzt. An der Wall Street in New York hatte der Dow Jones Chart zeigen am Montag 504,48 Punkte abgegeben und lag zu Börsenschluss um 4,42 Prozent unter der Vortagsnotierung bei 10.917,51 Zähler.

Die schwersten Verluste musste die Mitsubishi UFJ Financial Group verkraften. Die Titel der Bank lagen zeitweilig acht Prozent im Minus und tendierten im späteren Verlauf etwa sechs Prozent tiefer. "Man kann nichts anderes tun als abwarten und sehen, wie sich die Dinge entwickeln und was die Implikationen für die Finanzbrache sind", sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities.

Die japanische Zentralbank pumpte am Dienstag 1,5 Billionen Yen (10 Milliarden Euro) in den Geldmarkt. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa erklärte, sein Institut werde sich weiterhin bemühen, die Märkte zu stabilisieren. Die Bank von Japan (BoJ) begann am selben Tag unter dem Eindruck der Krise in den USA ihr zweitägiges Zentralbankratstreffen. Ökonomen erwarten, dass die Notenbank ihren Zinssatz von 0,5 Prozent unverändert lässt.

Der Dollar gab weiter deutlich nach und tendierte im frühen Tokioter Geschäft mit 104,62-72 Yen, nachdem der Greenback am späten Freitag vergangener Woche noch mit 107,49-50 Yen gehandelt worden war. Der Euro Chart zeigen notierte zum Dollar deutlich fester mit 1,4240-45 Dollar nach 1,4074-75 Dollar am späten Freitag. Zum Yen lag der Euro dagegen leichter bei 148,45-50 Yen nach 151,29-33 Yen am späten Freitag vergangener Woche.

Nach der US-Bankenpleite hatten die Finanzmärkte in den USA einen "schwarzen Montag" erlebt. Der US-Leitindex Dow Jones erlitt zum Börsenschluss am Montagabend (Ortszeit) in New York den stärksten Einbruch seit der Wiederaufnahme des Handels nach den Terrorattacken vom 11. September 2001. Angesichts der Hiobsbotschaften durch die Insolvenz von Lehman Brothers Chart zeigen und die Übernahme von Merrill Lynch Chart zeigen durch die Bank of America Chart zeigen verlor der Dow Jones 4,42 Prozent auf 10917,51 Punkte.

ffr/AP/dpa/Reuters

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