Lehrstellenmangel Ausbildungsplätze fehlen auch in den nächsten fünf Jahren

Sinkende Schülerzahlen und gute Konjunktur helfen nur bedingt: Die Bundesagentur für Arbeit rechnet damit, dass es auch in den nächsten fünf Jahren zu wenige Ausbildungsplätze gibt. Eine Trendwende erwartet die Bundesagentur für 2012 oder 2013.


Berlin - "Die in den vergangenen Jahren stark angestiegene Zahl an Altbewerbern wird sich bis in die nächste Dekade verflachen", sagte BA-Vorstand Raimund Becker der "Frankfurter Rundschau". "Dann werden sich die Betriebe intensiver um Jugendliche bemühen, auch wenn diese nicht alle Wunschanforderungen erfüllen", sagte Becker. Diese Trendwende erwarte die Bundesagentur "spätestens etwa 2012 oder 2013".

Auszubildende bei VW: Ausbildungspakt hat geholfen
DPA

Auszubildende bei VW: Ausbildungspakt hat geholfen

Bevor Bundesregierung, BA und die Wirtschaftsverbände am Donnerstag die offiziellen Ergebnisse des Ausbildungspaktes präsentieren, zog Becker schon einmal ein vorsichtig positives Fazit. Der Ausbildungspakt habe geholfen, mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen. Die Situation habe sich gebessert. Die Bilanz sei aber "noch nicht ausgeglichen". In dem Pakt hat die Wirtschaft der Politik verstärkte Anstrengungen zugesagt, um zusätzliche Lehrstellen zu schaffen.

Nach den Erkenntnissen der BA ist die Bewerberzahl im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 710.900 gesunken. Zugleich meldeten die Betriebe den Arbeitsagenturen bislang drei Prozent mehr Plätze, nämlich 415.500. Die verbleibende Lücke soll nach Vorstellung der BA wie in den Vorjahren geschlossen werden: durch zusätzliche Angebote und solche, die an der BA vorbeigehen, weil sie von den Firmen nicht gemeldet werden. Helfen sollen zudem außerbetriebliche Lehrstellen und verschiedene Hilfen oder Überbrückungsmaßnahmen wie Einstiegsqualifizierungen.

sam/AP



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