LetsBuyIt.com Noch ein Urteil gegen Powershopping

Das so genannte Co- oder Power-Shopping hat erneut eine Abfuhr von einem Gericht erhalten. Die Hamburger Richter halten das Verkaufsmodell der Firma LetsBuyIt.com für einen Verstoß gegen das Rabattgesetz.


Hamburg - Die Idee ist inzwischen im Internet weit verbreitet: Mehrere Kaufwillige tun sich zusammen und drücken so den Preis einer Ware. Die Konkurrenz und die Wettbewerbshüter sehen das allerdings nicht gern. Und nun ist innerhalb kürzester Zeit ein zweites Urteil gegen dieses Modell ergangen: Das Landgericht Hamburg beurteilt die Verkaufsstrategie der am Neuen Markt notierten Internet-Firma LetsBuyIt.com als Verstoß gegen das deutsche Rabattgesetz und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Mit den fleißigen Ameisen hatte LetsBuyIt.com für seinen Börsengang geworben

Mit den fleißigen Ameisen hatte LetsBuyIt.com für seinen Börsengang geworben

Mit dem Urteil von Freitagabend ist zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen ein Gerichtsurteil gegen das Handelsmodell ergangen. Am Donnerstag hatte das Landgericht Köln der Metro-Tochter PrimusOnline den Betrieb der Website Powershopping.de untersagt.

Die Hamburger Richter schlossen sich der Auffassung der klagenden Konkurrentin Cnited AG an. Diese hatte bereits zwei Wochen vor dem Börsengang von LetsBuyIt.com im Juni eine Einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erreicht, die aber vom Oberlandesgericht Hamburg im August wieder aufgehoben wurde. Im Hauptsacheverfahren haben die Richter nun erneut gegen die Schnäppchenkäufe entschieden.

"Wir werden auf alle Fälle Berufung einlegen", kündigte LetsBuyIt-Rechtsanwalt Stefan Krüger an. Das aktuelle Geschäft sei derzeit nicht betroffen. Falls die Gerichte nicht vorher anders entschieden, werde LetsBuyIt bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. "Wir wollen endlich eine höchstrichterliche Entscheidung", sagte Krüger. Die schriftliche Begründung des Urteils wird erst in einem Monat erwartet.

Das Co-Shopping hat sich zu einer Variante des Online-Einkaufs entwickelt, die im Internet von mehreren Unternehmen angeboten wird. Käufer schließen sich dabei zu Gruppen zusammen, die Mengenrabatte eingeräumt bekommen. Je mehr Käufer sich finden, desto billiger wird das Produkt. Diese Rabatte stoßen jedoch bei Konkurrenten und Kontrollbehörden auf Widerstand. Dreh- und Angelpunkt der Rechtsstreits ist das im internationalen Vergleich eng gehaltene deutsche Rabatt- und Wettbewerbsrecht.



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