Liberty Reserve 20 Jahre Haft für Gründer von Digitalwährung

Die Digitalwährung Liberty Reserve soll Kriminellen bei der Geldwäsche geholfen haben - nun muss Gründer Arthur Budovsky dafür ins Gefängnis.

Budovsky bei seiner Festnahme 2013
DPA/SPANISH POLICIA NACIONAL

Budovsky bei seiner Festnahme 2013


Der Gründer der Digitalwährung Liberty Reserve, Arthur Budovsky, ist von einem Gericht in New York wegen Geldwäsche zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht verhängte gegen den 42-Jährigen am Freitag außerdem eine Geldstrafe von 500.000 Dollar. Die Parallelwährung habe dazu gedient, "Verbrechern auf der ganzen Welt die Geldwäsche zu erleichtern", sagte Staatsanwalt Preet Bharara.

Die Digitalwährung Liberty Reserve (LR) wurde seit 2005 genutzt, unter anderem von Kreditkarten- und Investmentbetrügern sowie von Drogendealern. Das System wurde von Costa Rica aus betrieben, bis es 2013 von den Behörden in einer international koordinierten Aktion stillgelegt wurde. Zu diesem Zeitpunkt gab es mehr als 5,5 Millionen Nutzerkonten, darunter nach Ermittlungen des US-Justizministeriums allein 600.000 in den USA.

Budovsky hatte die Staatsbürgerschaft Costa Ricas angenommen, vermutlich um der US-Justiz zu entgehen. Er wurde jedoch im Mai 2013 in Spanien festgenommen. In der gesamten Betriebszeit wurden über die LR-Währung 78 Millionen Finanztransfers mit einem Gesamtvolumen von acht Milliarden Dollar abgewickelt.

Vor der Prozesseröffnung im Januar hatte sich Budovsky schuldig bekannt, ebenso wie seine Mitangeklagten Maxim Chukharev und Mark Marmilev, die nun zu drei und fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Das New Yorker Urteil zeige, "dass Geldwäsche über den Weg künstlicher Währungen dennoch Geldwäsche ist - und ein Online-Verbrechen ein Verbrechen", sagte ein Vertreter der Anklagebehörde.

stk/AFP



insgesamt 54 Beiträge
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Referendumm 07.05.2016
1. Wäre ja noch schöner
wenn sich normale Bürger erdreisten, den Banken ihr Geldmonopol abzunehmen. Die Staaten haben es nämlich schon lange nicht mehr. John F. Kennedy war einer der letzten US-Präsidenten, die das Geldmonopol wieder dem Staat zurück geben wollten. Das Ergebnis (in Dallas) ist hinreichend bekannt.
spmc-12355639674612 07.05.2016
2. Wir sollten dieses Urteil
im Hinterkopf behalten, wenn wir uns mit der wichtigsten Digitalwährung Bitcoin beschäftigen, die ebenfalls häufig für illegale Geschäfte missbraucht wird.
Msc 07.05.2016
3.
Fragt sich noch jemand warum der Bitcoin Erfinder jetzt doch lieber keine Beweise vorlegen möchte, dass er wirklich der Erfinder ist? Die 8 Milliarden Umsatz gehen da in einem halben Jahr.
Bürger Icks 07.05.2016
4. @2
"Wir sollten dieses Urteil im Hinterkopf behalten, wenn wir uns mit der wichtigsten Digitalwährung Bitcoin beschäftigen, die ebenfalls häufig für illegale Geschäfte missbraucht wird." Genauso, wie jede, aber auch wirklich jede andere Währung auch. Nur das die meisten Währungen unter Kontrolle der Bankster sind, die Gegenwind nicht mögen, bekanntlich.
Sabin Chen 07.05.2016
5. ist es wirklich so?
dass eine Digitalwährung zum Geldwaschen animiert? Spiegelt sich in ihr nicht einfach, was in der "realen" Finanzwelt ebenso passiert?
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