Libor-Skandal: US-Fahnder locken UBS-Händler mit Straffreiheit

Amerikas Fahnder kämpfen mit allen Mitteln um Zeugen im Skandal um manipulierte Zinssätze wie den Libor. Laut "Wall Street Journal" bieten die Ermittler mehreren ehemaligen Mitarbeitern der Schweizer Großbank UBS Straffreiheit für ihre Aussagen.

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New York - Die Ermittlungen im Libor-Skandal gehen voran. Laut "Wall Street Journal" bietet die US-Justiz mehreren Ex-Mitarbeitern der UBS Straffreiheit - wenn sie bei der Aufklärung des Falls helfen. Es handele sich um frühere Händler und Angestellte niederer Hierarchiestufen, berichtet die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf einen Insider. Eine Sprecherin des US-Justizministeriums wollte zu den Angaben keine Stellung nehmen.

Behörden prüfen mögliche Manipulationen der Referenzzinssätze Libor, Euribor und Tibor. Vor allem der Libor gilt als zentraler Zinssatz im Finanzsystem. Er zeigt an, zu welchem Preis sich Banken untereinander Geld leihen - und bildet damit die Basis für zahlreiche Immobilienkredite, Sparverträge und Anleihen im Volumen von vielen hundert Billionen Dollar.

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Die Sätze werden jeden Tag neu ermittelt: Dazu melden Banken die Zinsen, zu denen sie Refinanzierungsgeschäfte mit der Konkurrenz tätigen würden. Der Durchschnitt dieser Werte ist dann der Zinssatz für den jeweiligen Tag. Mehrere Banken sollen die Zinsen systematisch zu niedrig angegeben und so Libor, Euribor und womöglich Tibor manipuliert haben.

Nur wenige der UBS-Angestellten, gegen die wegen möglicher Zinsmanipulationen ermittelt wird, arbeiteten noch bei dem Finanzinstitut, heißt es im "Wall Street Journal". Im Zuge der vierjährigen Ermittlungen habe die Schweizer Großbank etwa 20 Händler und Manager entlassen oder vom Dienst suspendiert.

ssu/dapd/dpa-AFX

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insgesamt 3 Beiträge
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1. USA gegen Schweitzer Lobby
kabian 09.08.2012
Nanu, keinerlei Kommentare a la "nicht rechtsstaatlich" oder "Landesverräter"? Funktioniert die Schweizer Lobbykratie bei US-Themen nicht?
2.
FXTrader 09.08.2012
Falls die ehemaligen Händler Schweizer Bürger sind, dann ist es Verrat, auch wenn nicht so drastisch wie die jenigen die die Steuer-CDs verkaufen. Die Schweiz sollte härter reagieren gegen Landesverrat, da diese Personen ein Risiko für unsere Wirtschaft sind. Ich bin immer skeptischer gegenüber dem Globalismus und denke, es kommen wieder Zeiten des Protektionismus, daher muss man entsprechende Massnahmen nehmen. Ich bin ehemaliger Devisenhändler bei einer Schweizer Grossbank und obwohl ich manchmal auch kritisch gegenüber der Finanzindustrie bin, kam es mir nie in den Sinn mit jemanden je über meine Geschäfte zu reden. Banker haben zwar nicht viel Moral, aber an den Kodex sollte man sich halten.
3. King Merv, Trichet & Bernank
sltgroove 09.08.2012
... sind die Händler, mit den 16 PDs im Schlepptau. Zweck des Unternehmens - Ausplünderung der US-Bundesstaaten bei den öffentlichen Bauaufträgen & Vernichtung der Pensionsfonds. Euribor erwähnen wir nicht, morsche Landesbanken und deren Berater auch nicht usw.
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