"Licht aus!": Umstrittene Klima-Aktion - Konzerne warnen vor Stromausfall

Für fünf Minuten sollen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Samstag das Licht ausschalten - und schon warnen Energiekonzerne vor einem europaweiten Stromausfall. Wissenschaftler halten die Sorgen vor der Klima-Aktion für berechtigt.

Berlin - Die für Samstag geplante Klimaschutzaktion "Licht aus! Für unser Klima" gefährdet den Stromkonzernen zufolge die Stabilität des Stromnetzes und kann bei einer sehr großen Teilnehmerzahl zu einem europaweiten Stromausfall führen. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Energieversorger.

Beleuchtete Frankfurter Skyline: Am Samstag soll es fünf Minuten dunkel bleiben
AP

Beleuchtete Frankfurter Skyline: Am Samstag soll es fünf Minuten dunkel bleiben

Demnach bereiten sich die großen Netzbetreiber RWE Chart zeigen und E.on Chart zeigen auf den plötzlichen Abfall der Stromlast im Leitungssystem vor. "Wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz", sagte Klaus Kleinekorte von RWE der Zeitung.

Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und WWF haben die Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu aufgerufen, am 8. Dezember, dem "Weltklimatag", zwischen 20 Uhr und 20.05 Uhr das Licht auszuschalten. Der Aufruf wird von der "Bild"-Zeitung, dem Fernsehsender ProSieben Chart zeigen und dem Internetportal Google Chart zeigen unterstützt.

Sorge bereitet den Netzbetreibern insbesondere, dass sich immer mehr Großverbraucher der Lichtaus-Aktion anschließen wollen, darunter die Konzernzentralen von BMW Chart zeigen, Porsche Chart zeigen, Bosch, Deutscher Telekom Chart zeigen und T-Mobile. Auch soll die Außenbeleuchtung zahlreicher berühmter Bauwerke für fünf Minuten ausgestellt werden, etwa beim Kölner Dom, dem Berliner und dem Erfurter Dom, beim Schloss Neuschwanstein, beim Heidelberger Schloss, dem Brandenburger Tor, der Alten Oper und bei der "Zeil" in Frankfurt am Main.

"Bleibt nach all den Gegenmaßnahmen eine größere Überlast bestehen, würden die automatischen Sicherungssysteme dafür sorgen, dass Übertragungsleitungen und damit auch großflächig Netzkunden abgeschaltet werden", sagte Joachim Vanzetta, Leiter der RWE Netzzentrale in Brauweiler. "Ein möglicherweise großflächiger Stromausfall ist dann nicht mehr auszuschließen."

Wissenschaftler sehen diese Sorgen als berechtigt an: "Ganz unkritisch ist das Unterfangen nicht - alles hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen", sagte Stefan Tenbohlen vom Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik der Universität Stuttgart.

Nach Berechnung von Hans-Jürgen Haubrich, dem Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, droht bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten Gefahr für die Netzstabilität.

Mitte Oktober gab es eine ähnliche Aktion in San Francisco: Dort schalteten knapp eine Million Menschen gleich eine ganze Stunde lang das Licht aus, Restaurants boten Dinner bei Kerzenlicht an. Auch Wahrzeichen wie die Golden Gate Bridge wurden eine Stunde lang nicht mehr beleuchtet. Zu einem Stromausfall kam es jedoch nicht. Ende März 2008 wollen auch Städte wie New York, Los Angeles und Chicago bei der landesweiten Aktion "Lights out America" teilnehmen.

kaz/ddp/dpa

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Forum - Lohnt sich Klimaschutz?
insgesamt 1977 Beiträge
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1. auf alle Fälle: Die Frage ist nur - für wen...?
atair 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Wieso? Das Geld 'verschwindet' ja nicht im Nirwana --- das wandert nur in andere Taschen. Und für deren Besitzer lohnt es sich unbedingt...
2.
jomeier 24.09.2007
Der Klimaschutz lohnt sich. Z.B. für Al Gore mit seinem CO2-Zertifikate Hedgefond. Und für die Klimawissenschaftler, die bekommen im Dezember mal wieder eine schöne Reise nach Bali von den Stromkunden in den Industrieländern bezahlt. Auch lohnt es sich für Konzern-Projekte, die ohnehin durchgeführt würden (z.B. Staudammbauten, Verwertung vom Gas bei der Ölförderung usw.) die Zuschüsse aus dem CO2-Zertifikate - Handel mitzunehmen. Für uns Bürger lohnt es sich nicht. Wir müssen das alles bezahlen.
3. Lomborg mal wie immer kein Plan!
Albedo4k8 24.09.2007
Das faengt schon in seiner Problemliste an (in der er mal wie immer die Zusammenhaenge der Probleme nicht kapiert). Die Wasserversorung haengt ziemlich stark mit dem Klimawandel zusammen. Mehr Duerre, mehr Ueberschwemmungen, steigender Wasserspiegel damit Eindrinken von Meersalzwasser in das Suesswasserreservoir. All das wird Einfluss auf die Wasserversorgung haben. Das mit dem Hunger dito Krankheiten dito Aber was unser Lomborg ueberhaupt nicht kapiert wie fast jeder Oekonom (leider) ist die Knappheit von Resourcen insbesondere auf dem Sektor der Energietraeger. Wenn man dort die falschen Weichen stellt dann ist es ziemlich bald aus!
4. Prima Klima
Ingeboorg 24.09.2007
Glasklar ist ja wohl, dass das ganze hysterische Klimageschrei nur die Taschen der Emissionshändler füllen soll. Sparen - ja. Solar- und Windenergie voll nutzen - ja. Aber alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Das Klima wandelt schon immer - mit und ohne MENSCH.
5.
LouisWu 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Es gibt keine Klima"katastrophe". Die Temperaturen werden sich ein wenig ändern, wie sie es in der Erdgeschichte schon häufig -und viel stärker- getan haben. Die Menschen haben Zeit genug, sich daran anzupassen, und es wird dabei wie immer Gewinner und Verlierer geben. Der Klima-Aktionismus steht in der schwachsinnigen Tradition der "Tut Buße!"- und "Das Weltenende ist nahe!"-Aufrufe, die es schon immer und zu allen möglichen (und unmöglichen) Anlässen gegeben hat.
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