Liechtenstein Fürstenbank LGT steigert Gewinn um 41 Prozent

Der liechtensteinischen LGT-Bank geht es so gut wie lange nicht mehr: Im vergangenen Jahr machte das Geldhaus einen Gewinn von gut 160 Millionen Euro, ein dickes Plus von 41 Prozent. Nun rechnet das Institut allerdings mit einem langsameren Wachstum - wegen der deutschen Steueraffäre.


Vaduz - Die Geschäfte laufen rund in Liechtenstein. Die wegen der deutschen Steueraffäre in die Schlagzeilen geratene LGT-Bank machte im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung von 41 Prozent. Der Konzerngewinn belief sich auf 254,9 Millionen Franken (161,5 Millionen Euro), wie die Fürstenbank in Vaduz mitteilte.

LGT in Vaduz: Kundenvermögen von mehr als 100 Milliarden Franken
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LGT in Vaduz: Kundenvermögen von mehr als 100 Milliarden Franken

Insgesamt flossen dem Institut im vergangenen Jahr netto Neugelder von elf Milliarden Franken zu (rund sieben Milliarden Euro). Allerdings war die Steueraffäre zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Im Jahr 2006 hatte sich der Nettozufluss nur auf 7,5 Milliarden Franken belaufen.

Die betreuten Kundenvermögen überschritten im vergangenen Jahr mit 102,8 Milliarden Franken (64,5 Milliarden Euro) erstmals die Marke von 100 Milliarden Franken. Der größte Teil des Wachstums stamme aus den Onshore-Märkten, aus Asien und dem Geschäft mit institutionellen Kunden, hieß es in der Mitteilung.

AP
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Im laufenden Jahr erwartet die Bank wegen der Steueraffäre mit Deutschland eine kurzfristige Verlangsamung des Wachstums. Mittelfristig werde es aber keine substanziellen Auswirkungen auf den Geschäftserfolg geben, teilte die Bank mit.

Die LGT war wegen der deutschen Steueraffäre in die Kritik geraten. Politiker in Berlin werfen Liechtenstein vor, Steuerhinterziehung von deutschen Staatsbürgern aktiv zu begünstigen. Konzernchef der fürstlichen LGT ist Prinz Max von und zu Liechtenstein.

In der heutigen Bank-Mitteilung wird Prinz Max mit der Aussage zitiert: "Wir nehmen die jüngsten Ereignisse sehr ernst und haben uns bei unseren Kunden entschuldigt. Wir wehren uns aber auch gegen ungerechtfertigte Vorwürfe und Vorurteile, die unsere Kunden oder unser Unternehmen betreffen."

Der Bundesnachrichtendienst hatte gestohlene Daten von Kunden der LGT Treuhand AG gekauft und an die deutsche Steuerfahndung weitergegeben. Im Zuge der Ermittlungen musste auch Post-Chef Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung zurücktreten.

wal/AP/Reuters



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