Lohnforderungen Bahn-Gewerkschaften warnen vor harter Tarifrunde

Zum Auftakt der Tarifgespräche geben sich die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA kampfbereit. Die Arbeitnehmervertreter gehen mit hohen Lohnforderungen in die Verhandlungen. Die Bahn hat die Ansprüche als völlig überzogen bezeichnet und noch kein Angebot vorgelegt.


Berlin - Der Bahn steht eine harte Tarifrunde bevor. Für rund 130.000 Arbeitnehmer ist die Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA zuständig. Sie fordert zehn Prozent mehr Lohn und Verbesserungen bei der Dienstplangestaltung. Die übrigen Mitarbeiter, meist Lokführer, vertritt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die 6,5 Prozent fordert.

Zugbegleiterin: "Bis hierhin und nicht weiter"
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Zugbegleiterin: "Bis hierhin und nicht weiter"

Transnet drohte bereits mit Arbeitsniederlegungen, sollte die Bahn nicht umgehend Angebote für neue Arbeitszeitregelungen machen. "Womöglich rufen wir noch in diesem Monat zu Warnstreiks und Protestaktionen auf", sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner der "Süddeutschen Zeitung". Dienstpläne und Schichten vieler Eisenbahner seien häufig "inhuman", freie Wochenenden die Ausnahme. "Die Belastung ist für viele so stark, dass sie sagen: Bis hierhin und nicht weiter."

Der entsprechende Tarifvertrag sei aber schon Ende Dezember ausgelaufen und die Friedenspflicht damit beendet, sagte Kirchner. Die Bahn müsse deshalb noch am Mittwoch ein Angebot für die Regelung der Arbeitszeiten vorlegen.

Bislang sind drei Verhandlungsrunden festgesetzt, Transnet und GDBA werden abermals getrennt von der GDL verhandeln. Die Konkurrenz der beiden Gewerkschaftslager hatte in der vergangenen Tarifrunde zu einem beinahe ein Jahr dauernden Tarifkonflikt geführt, der nach zahlreichen Streiks im Zugverkehr im März 2008 endete.

suc/AP/ddp



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