Lukrative Aufgabe Promi-Agentur vermittelt Schröder als Redner

Gerhard Schröder hat ein weiteres Betätigungsfeld gefunden, das generöse Entlohnung verspricht: Der Altkanzler lässt sich von einer New Yorker Agentur für Vorträge vermitteln, die auch Bill Clinton und Bono auf ihrer Rednerliste führt.


Hamburg - Er ist ganz oben rechts mit Bild zu sehen: Auf der Website der New Yorker Agentur Harry Walker Agency wird Gerhard Schröder als Neuzugang zur Gruppe prominenter Redner angepriesen. "Kanzler Schröder ist ein führender Weltstaatsmann und eine international anerkannte Autorität für internationale Beziehungen, wirtschaftliche Entwicklung und sozialen Wandel", heißt es in dem Begleittext.

Hochbezahlte Redner: Altkanzler Schröder und Altrocker Bono
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Hochbezahlte Redner: Altkanzler Schröder und Altrocker Bono

Schröder bewegt sich in illustrer Gesellschaft - die Agentur vertritt unter anderem auch die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter, Königin Noor, Bono und die Nobelpreisträgerin Wangari Maathai. Die meisten zeichnen sich freilich dadurch aus, das sie ihre produktivste Phase als Politiker oder Künstler hinter sich haben.

Das Büro Schröder bestätigte das Engagement des Altkanzlers. Der "Bild"-Zeitung zufolge betragen die Gagen bei Harry Walker bis zu 250.000 US-Dollar.

Schröder hat bereits Posten beim Schweizer Ringier-Verlag und im Verwaltungsrat des russisch-deutschen Erdgaspipelineprojekts NEGP übernommen. Nach Bekanntwerden seines Einstiegs bei der Pipelinegesellschaft hatte es heftige Kritik gegeben, weil Schröder das Projekt als Bundeskanzler selbst vorangetrieben hatte.



insgesamt 1217 Beiträge
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zauberer1, 12.12.2005
1. Warum nicht?
Schröder kann doch machen was er will. Schließlich ist er jetzt Privatmann. Dafür hat er auch gut vorgesorgt. Ist doch legal. Warum merkst Ihr es jetzt?
rknoche, 12.12.2005
2. Brioni und Cohiba
Zu enge Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft sind in Deutschland leider auch nichts Neues, aber die Groessenordnung des Falls Pipeline-Schroeder haben wir wohl noch nie erlebt. Der Kanzler der Bosse hat eben nicht mit seiner Beamtenpension seinem Lebensabend im Hannoveraner Reihenhaus entgegensehen wollen. Das groesste Problem ist hier aber nicht die Zeitnaehe oder die Hoehe der Entlohnung (wobei 1 Mio Euro pro Jahr wohl eher als Be-lohnung denn als Ent-lohnung zu sehen waere). Das Problem liegt hier vor allem darin, dass die Regierung eines fremden Staates unseren ehemaligen Regierungschef versorgt, und zwar offensichtlich fuer fruehere, waehrend seiner Amtszeit erbrachte, Gegenleistungen. Die Polen und baltischen Laender muessen sich in ihrer Kritik am Pipeline-Deal absolut bestaetigt sehen, da ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen.
Saul Paenger, 12.12.2005
3.
---Zitat von sysop--- Ehrenkodex - Was dürfen sich Politiker erlauben? ---Zitatende--- Einfach alles!
bernhard 12.12.2005
4. Politiker, eine korrupte Bande?
Wenn es über Herrn Thiel heisst, "Thiele äußerte den Verdacht, Schröder könnte im Mai vorzeitige Neuwahlen herbeigeführt haben, weil er sein Amt als Bundeskanzler verlieren wollte.", frage ich mich, was ihn zu dem Gedanken geführt haben könnte. a) er kennt Politiker aller Couleur bestens b) er kennt Grundhaltungen Ist dann nicht obiger Schluß zulässig?
Jochen Binikowski 12.12.2005
5.
Bei Arbeitslosen, Hartz IV Empfängern usw. werden Zuverdienste angerechnet. Das sollte auch für Politiker gelten. Von der moralischen Fragwürdigkeit der Politiker-Jobs ganz zu schweigen. Wir haben eben die Politiker, die wir verdienen und unserer Bananenrepublik angemessen sind.
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