Luxusunternehmer Arnault Reichster Franzose schafft Vermögen nach Belgien

Der Multimilliardär Bernard Arnault bemüht sich um einen belgischen Pass - bisher vergeblich. Parallel schafft der Franzose einen Großteil seines Vermögens ins steuerlich günstigere Nachbarland. Begründung: Er wolle lediglich den Fortbestand seines Unternehmens sichern.

AFP

Brüssel - Die belgische Staatsbürgerschaft blieb ihm bislang verwehrt - doch der französische Multimilliardär Bernard Arnault hat einem Zeitungsbericht zufolge den Großteil seines Vermögens nach Belgien geschafft. Der Chef des Luxuskonzerns LVMH, zu dem Marken wie Christian Dior und Louis Vuitton gehören, habe "praktisch seinen gesamten" Anteil an dem Unternehmen seit mehr als einem Jahr ins Nachbarland transferiert, berichtete die französische Zeitung "Libération".

Sein Ziel sei es demnach, im Falle seines Todes den "Fortbestand und die Vollständigkeit" der Arnault-Gruppe zu sichern. Juristisch sei dies in Frankreich unmöglich. Laut "Libération" übertrug der Milliardär seinen Anteil sowie die Nutzungsrechte seiner fünf Kinder in eine seiner belgischen Gesellschaften.

Demnach werden die Anteile der Kinder an eine belgische Stiftung gehen, sollte Arnault sterben. Dieses Modell solle zehn Jahre lang sicherstellen, dass die Kinder zwar ihre Dividenden erhielten, aber ihre Anteile nicht verkaufen und auch ihr Stimmrecht nicht ausüben könnten.

Der 63-jährige Arnault, der auf der Forbes-Liste der weltweit reichsten Menschen auf Platz vier geführt wird, hatte im vergangenen Jahr Empörung in Frankreich ausgelöst: Er bemüht sich seit September um die belgische Staatsbürgerschaft. Kritiker werfen Arnault vor, er wolle ebenso wie der Schauspieler Gérard Depardieu mit einem neuen Pass die Reichensteuer umgehen. Arnault hat dies bestritten.

Mitte Januar hatte sich die belgische Staatsanwaltschaft dagegen ausgesprochen, Arnault die Staatsbürgerschaft anzuerkennen. Der Chef des Luxusgüterunternehmens LVMH habe nicht nachweisen können, dass sein Lebensmittelpunkt wie erforderlich in den vergangenen drei Jahren in Belgien gelegen habe.

Frankreichs Präsident François Hollande will den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent hochschrauben. Das französische Verfassungsgericht hat die neue Reichensteuer vorerst zwar gestoppt, doch die Regierung arbeitet an einer Neufassung.

kha/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 241 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
joey55 24.01.2013
1.
Zitat von sysopAFPDer Multimilliardär Bernard Arnault bemüht sichum einen belgischen Pass - bisher vergeblich. Parallel schafft der Franzose einen Großteil seines Vermögens ins steuerlich günstigere Nachbarland. Begründung: Er wolle lediglich den Fortbestand seines Unternehmens sichern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/lvmh-milliardaer-bernard-arnault-schafft-sein-vermoegen-nach-belgien-a-879432.html
Ähnliches passierte in D nach Einführung einer Vermögenssteuer. Kapital ist und bleibt eben ein flüchtiges Gut. Ich gehe davon aus, dass 95% der Menschen ähnlich handelten, wenn sie nur ebenfalls ein solches Vermögen hätten.
Halodri73 24.01.2013
2. Hätte ich Geld...
Also ein bißchen kann ich das schon verstehen. 75% Steuern auf Erträge PLUS Vermögenssteuer.. Da kann man dem Vermögen ja beim Schmelzen zuschauen, wenn man es verzinslich anlegen will. Naja, mal sehen, ob die Steuer überhaupt so durchgeht.
_gimli_ 24.01.2013
3.
Frankreich geht einer schwierigen Zukunft entgegen. Die Industrie kämpft mit der Rezession. Steuererhöhungen bewirken ein Abwandern des Kapitals. Und dann noch die sozialen Probleme. Es sieht nicht gut aus und Hollande hat keinen Plan bzw. nicht die Kraft, gegen eine nationalistische Mehrheit im Land (Beispiel Sprachkenntnisse) anzukommen.
somasemapsyches 24.01.2013
4. Da werden auch unsere linksdummen
Zitat von sysopAFPDer Multimilliardär Bernard Arnault bemüht sichum einen belgischen Pass - bisher vergeblich. Parallel schafft der Franzose einen Großteil seines Vermögens ins steuerlich günstigere Nachbarland. Begründung: Er wolle lediglich den Fortbestand seines Unternehmens sichern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/lvmh-milliardaer-bernard-arnault-schafft-sein-vermoegen-nach-belgien-a-879432.html
Abkassierer schnell dumm aus der Wäsche schauen... Die Einnahmen sinken...und der Normalo darf dann die Wohltaten bezahlen...
hermes69 24.01.2013
5. Recht hat der Mann
Die Steuern in Frankreich sind eine absolute Zumutung. Ich kann jeden verstehen der das nicht mit sich machen lässt. 25% für alle, gleich welches Einkommen und man hat Gerechtigkeit. Bei den wirklich sehr niedrigen Einkommen könnte man den Steuersatz sogar noch nach unten ziehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.