Machtkampf um TV-Sender Hedgefonds attackieren ProSieben-Eigentümer

Die TV-Gruppe ProSiebenSat.1 steht möglicherweise vor einem Machtwechsel. Laut einem Pressebericht haben drei US-Hedgefonds in großem Stil Kredite der ProSieben-Eigentümerholding Lavena aufgekauft. Außerdem sollen sich die Angreifer die Unterstützung weiterer Gläubiger gesichert haben.


Frankfurt am Main - Der TV-Gruppe ProSiebenSat.1 Chart zeigen droht ein Machtkampf. Laut "Financial Times Deutschland" haben die drei US-Hedgefonds Apollo, Avenue Capital und Octavian in den vergangenen Monaten in großem Stil Kredite der Holding Lavena aufgekauft. Lavena ist die Dachgesellschaft der ProSieben-Eigentümer KKR Chart zeigen und Permira - beide Unternehmen sind selbst Finanzinvestoren.

ProSiebenSat.1-Fahne (2002): Finanzinvestoren gegen Finanzinvestoren
DPA

ProSiebenSat.1-Fahne (2002): Finanzinvestoren gegen Finanzinvestoren

Nun könnten sie Opfer eines feindlichen Angriffs werden. Denn laut "FTD" haben sich die drei US-Hedgefonds auch die Unterstützung weiterer Gläubiger gesichert. Nun verträten sie etwa drei Viertel der besicherten Kredite von Lavena. Die Holding ist mit 1,8 Milliarden Euro verschuldet.

KKR und Permira hatten im Frühjahr die Investmentbank Houlihan Lokey mit der Entschuldung von Lavena beauftragt. Sie müssen Finanzkreisen zufolge in diesem Jahr die Schuldenlast aus dem Kauf von ProSiebenSat.1 reduzieren, sonst drohten 2010 möglicherweise Zahlungsengpässe. Als eine Option war erwogen worden, die derzeit zu einem Bruchteil des Nennwerts gehandelten Schulden zurückzukaufen. Dieser Plan wäre durch den Vorstoß der Hedgefonds durchkreuzt, heißt es in dem Bericht.

Permira und KKR könnten ihnen nun entweder die Schulden abkaufen oder Eigenkapital nachschießen. Im Gegenzug könnten die Hedgefonds auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und womöglich einen Teil der Kredite in Lavena-Anteile tauschen. In beiden Fällen müssten Permira und KKR dem Bericht zufolge dreistellige Millionenbeträge investieren.

Die Investoren seien teilweise noch zu 70 bis 80 Prozent des Nennwerts der Kredite eingestiegen, derzeit liege er bei 20 bis 25 Prozent. In Gesprächen mit den Eigentümern wollten sie nun einen möglichst hohen Wert heraushandeln, berichtete die Zeitung.

wal/Reuters



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