Mängel an Achsen ICE-Probleme kosten Bahn 250 Millionen Euro

Teure Mängel am ICE: Reparaturen und ausfallende Züge haben die Deutsche Bahn laut einem Pressebericht 250 Millionen Euro gekostet. Bahnchef Grube stellt nun Forderungen an die Hersteller.


München - Die Probleme ihres Vorzeigezuges werden teuer für die Bahn: Laut "Süddeutscher Zeitung" hat Bahnchef Rüdiger Grube im Aufsichtsrat erklärt, die Mängel an den ICE-Achsen würden das Unternehmen mit insgesamt 250 Millionen Euro belasten. Grube sagte demnach, er wolle nun "auf höchster Ebene" mit den Herstellern der betreffenden Züge reden. Dabei werde er gegenüber Siemens Chart zeigen, Bombardier Chart zeigen und Alstom Chart zeigen "mit einer Mischung aus Diplomatie und Druck" agieren.

ICE-3: Züge müssen zehnmal häufiger in die Werkstatt als vom Hersteller empfohlen
DPA

ICE-3: Züge müssen zehnmal häufiger in die Werkstatt als vom Hersteller empfohlen

Die drei Unternehmen haben Schadenersatzforderungen bislang zurückgewiesen. Als Ausweg nennen namentlich nicht genannte Aufsichtsratsmitglieder der Bahn Rabatte bei neuen Aufträgen. Einige man sich nicht, drohen laut "SZ" aber Schadensersatzklagen.

Vor einem Jahr war bei einem ICE-3 in Köln eine Achse gebrochen. Kurz darauf wurden an der Achse eines anderen ICE-Zuges Risse festgestellt. Seither muss die Bahn alle Züge dieser Baureihen zehnmal häufiger überprüfen als ursprünglich vorgesehen. Sie kommen schon nach 30.000 gefahrenen Kilometern ins Werk und nicht, wie von den Herstellern empfohlen, erst nach 300.000 Kilometern.

Zahlreiche Züge fielen aus, die Bahn verkaufte weniger Fahrkarten. Der notwendige Umbau der Werkstätten kostete ebenfalls mehrere Millionen Euro. Das will Grube nun den Herstellern der Züge in Rechnung stellen, zumindest teilweise.

cte/dpa-AFX/ddp



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