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Mangelnde Transparenz: Russischer Oligarch kritisiert IKB-Verkauf

Der russische Investor Alexander Lebedew will den Verkaufsprozess der Krisenbank IKB prüfen lassen. Weil der Oligarch nicht zum Zuge kam, wittert er Unregelmäßigkeiten. Nun droht ein Nachspiel vor Gericht.

Hamburg - Lebedew, der in Deutschland zuletzt den Touristikkonzern Öger Tours übernommen hat, erwägt nach SPIEGEL-Informationen juristische Schritte gegen die Bundesrepublik. Grund: Der Moskauer Magnat hatte für die angeschlagene IKB Deutsche Industriebank auch ein Gebot erwogen – doch den Zuschlag erhielt der amerikanische Finanzinvestor Lone Star.

IKB-Logo: "Es riecht nach Russland"
DDP

IKB-Logo: "Es riecht nach Russland"

Lebedew war abgewiesen worden, weil er den Abgabetermin überschritten hatte. Er beklagt jedoch, dass die Regeln der Ausschreibung im Nachhinein geändert worden seien. Zunächst sei von einer 40-prozentigen Beteiligung die Rede gewesen, letztlich seien jedoch 90 Prozent verkauft worden.

"Eine Minderheitsbeteiligung kam für uns nicht in Frage", sagte Lebedew: "Bei aller Hochachtung vor Deutschland – die mangelnde Transparenz des Verfahrens riecht mehr nach den Verhältnissen in meiner Heimat Russland."

Immer größerer Unmut über den IKB-Verkauf regt sich derweil unter Parlamentariern – auch weil die Anwaltskanzlei des CDU-Bundestagsabgeordneten Friedrich Merz Lone Star beraten hatte. Der US-Investor hatte den Zuschlag für den Kauf erhalten, obwohl er nur 115 Millionen Euro zahlte. Finanzminister Peer Steinbrück war dagegen von einem Verkaufserlös von rund 800 Millionen Euro ausgegangen.

"Es stellt sich die Frage, ob und welchen Einfluss Merz da genommen hat", kritisiert der Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick (Bündnis 90/Die Grünen), "zumal es ja tatsächlich einige Merkwürdigkeiten in dem Prozess gegeben hat." Merz lehnte am Freitag gegenüber dem SPIEGEL jeglichen Kommentar zu dem Vorgang ab.

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