Zuckerberg reagiert auf Kritik "Wie jeder andere auch, werden wir Steuern zahlen"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich zu seiner angekündigten Milliardenspende geäußert - natürlich in einem Post auf seiner Facebook-Seite. Die wichtigste Aussage: Die neue Stiftung werde Steuern zahlen.

Familie Zuckerberg: "Bitte verbreiten Sie keine falschen Informationen"
DPA

Familie Zuckerberg: "Bitte verbreiten Sie keine falschen Informationen"


Es ist wohl der Versuch, bösen Gerüchten zu widersprechen: In einem Post auf seiner Facebook-Seite reagierte Mark Zuckerberg auf Kritik an seiner angekündigten Milliardenspende. Seine Frau und er selbst würden keine Steuervorteile in Anspruch nehmen, wenn sie ihre neu zu gründende Stiftung als sogenannte Limited Liability Company (LLC) anmelden.

"Wie jeder andere auch, werden wir Steuern auf Kapitalerträge zahlen, wenn die Stiftung unsere Unternehmensanteile verkauft", schrieb der Facebook-Chef am Donnerstagabend. Es war eine Antwort auf einen Facebook-Post, der nahelegte, dass Zuckerberg auf die Investitionen der Stiftung "null Steuern" zahlen werde. "Bitte verbreiten Sie keine falschen Informationen", schrieb Zuckerberg.

Außerdem gab der 31-jährige Milliardär erste Hinweise auf die Projekte, die künftig gefördert werden sollen. Die Chan Zuckerberg Initiative, wie die Stiftung heißen wird, werde sich auf Bildung und den Kampf gegen Krankheiten konzentrieren. Zuckerberg deutete zudem an, dass es sich um ähnliche Projekte handeln werde, die seine Frau Priscilla Chan und er schon seit Längerem unterstützen.

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Mark Zuckerberg: Mutter, Vater, Kind
In der Vergangenheit hatten die beiden bereits 20 Millionen Dollar an das Projekt EducationSuperHighway gespendet, das dafür sorgen soll, dass Schulklassen besser mit dem Internet verbunden werden. Außerdem spendete das Milliardärspaar für ein Notfall- und Traumazentrum im Allgemeinen Krankenhaus von San Francisco, in dem Priscilla Chan als Kinderärztin arbeitet.

Mark Zuckerberg hat Anfang der Woche in einemlangen Brief an seine neu geborene Tochter angekündigt, im Laufe seines Lebens 99 Prozent seiner Facebook-Anteile für wohltätige Zwecke zu spenden - beim derzeitigem Aktienkurs sind das rund 45 Milliarden Dollar.

nck/Reuters

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MapleLeaf 04.12.2015
1. Kranke neue Welt
Das ist schon irre... Die 45 Milliarden hat er ja nicht wirklich, sondern das ist nur der virtuelle Wert seiner Aktienpakete, die er besitzt und für die er nie was bezahlt hat. Ein künstlich durch die auf dem freien Markt erhältlichen Aktien seiner Firma erzeugter Wert. Problem ist nur... wenn er morgen alle seine Aktien auf einmal verkaufen müsste, würde der Kurs ins bodenlose fallen und die Anteile wären so gut wie nichts mehr wert. Deshalb muss er schön langsam und in kleinen Scheibchen das virtuelle Vermögen abtragen damit der Facebook-Aktienkurs nicht negativ beeinfluss wird. Wer ansonsten rein altruistische Gründe hinter der Spendenfreundlichkeit vermutet (auch wenn sich die meisten Spender immer gerne so inszenieren), der sollte genauer hinsehen. In den USA gibt es eine Nachlasssteuer in Höhe von 40%, Die gilt auch für Aktienvermögen. Im schlimmsten Fall würde der oben beschriebene Fall eintraten. Es werden die 40% von 45 Miliarden fällig... den rest kann sich jeder selbst überlegen. Da überführt man lieber das Vermögen nach und nach in Stiftungen, die zufällig den Erben ein Gehalt zahlen. Das Stiftungskapital wird nicht besteuert, sondern nur etwaige Gewinne. Na sowas... Und schon hat man mal eben 20 Milliarden Steuern gespart. So funktioniert das. Aber Herr Geldberg... nein, Zuckerberg wird trotzdem nicht am Hungertuch nagen müssen. mit dem 1% (450,000,000US$) lässt es sich die letzten paar Jahre auf diesem Planeten trotzdem ganz gut aushalten. Hinzu kommen ja noch die ganzen indirekten Zuwendungen und Vorteile über die Firma...
Eppelein von Gailingen 04.12.2015
2. Die Stiftungen der Superreichen auf ARD-Alpha in Tagesgespräch auf den Punkt gebracht
Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann hat vor 2 Tagen diese Stiftungen sehr gut erklärt. Nichts anderes als Populismus, weil die Gönner ihre Stiftung und Wirkung bestimmen. Dazu noch Unmengen Steuern sparen. Dann brauchen wir keinen Herrn Zuckerberg, der uns sagt, dass er natürlich Steuern bezahlt, nämlich unberechtigt ist es eine Steuerumgehung. Augenauswischerei.
prisma-4d 04.12.2015
3. ...Beachtenswert für einen reichen US Bürger.
Grundsätzliche ist es ein löblicher Schritt von Herrn Zuckerberg den größten Teil seines Privatvermögens spenden zu wollen. Dafür hat er meine größten Respekt. Aber nun zur eigentlich bemerkenswerten Aussage "Wie jeder andere auch, werden wir Steuern zahlen". Bemerkenswert deshalb, weil der Zusammenhang vermuten läßt, das dies für Reiche in USA gar nicht so selbstverständlich ist. Auch hierzulande habe ich Argumente (damals bei Hoenes) gehört, daß doch bitteschön ab einer gewissen Summe an Steuern Schluß sein muß. Nach dem Motto: "Wenn ich schon mehrere Millionen Steuern pro Jahr zahle, warum muß ich dann mein Spielgeld auch noch Versteuern". Und wenn ich Landstriche wie Delaware und Läden wie Starbucks und Amazon (oder Apple, oder Lufthansa, oder Siemens oder oder....) ansehe, dann liegt die Vermutung nahe das der Stammtisch recht hat. Vor unserem Steuergesetz sind nicht alle gleich... die Großen sind gleicher. Vieleicht benötigt es Leute wie Gates und Zuckerberg bis jeder erkennt, das solch gigantische Finanzmacht nicht in den Händen Einzelner liegen darf.
Humboldt 04.12.2015
4. Toll!
Wenn Facebook schon fast keine Steuern zahlt (6%), dann zahlt also jetzt wenigsten die Stiftung ein bißchen mehr....toll, Danke Mark Zuckerberg! Ich zahle jeden Monat auf meine Hände Arbeit über 40 %!
rambazamba1968 04.12.2015
5. Ziehen lassen
Ich bin kein Steuer- oder Finanzexperte. Er wird durch die Spende an seine eigene Stiftung sehr viel Steuern sparen. In Deutschland und Amerika gibt es so viele reiche Menschen, die nicht verstanden haben, dass der Staat nicht nur böse ist, sondern unsere Kultur mit aufgebaut hat. Museen, Theater, Oper, Infrastruktur und das Zusammenleben wird vom Staat finanziert und das muss bezahlt werden. Zuckerberg ist in so einer Gesellschaft reich geworden, da hat er seinen Teil dazu beizutragen, dass so eine Gesellschaft verdient hat. Und die Politik schaut sich das seit Jahren an. Ganz ehrlich. Wenn Reiche damit drohen auszuwandern, dann sollen sie es bitte machen. Aber wer hier lebt, hat gerecht Steuern zu bezahlen so wie jeder andere auch.
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