Marktplatz-Fusion New Yorker stimmen für Transatlantik-Börse

Die Fusion zur ersten transatlantischen Börse ist perfekt: Die Aktionäre der New York Stock Exchange haben heute einem Zusammengehen mit der europäischen Mehrländerbörse Euronext zugestimmt. Erst gestern hatten die Euronext-Anteilseigner für eine Fusion votiert.


New York - Durch den Zusammenschluss der Euronext Chart zeigen und der Nyse Chart zeigen im Volumen von rund 14 Milliarden Dollar entsteht die mit Abstand größte Börse der Welt. Sie wird Standorte in New York, Paris, Amsterdam, Brüssel, Lissabon und London haben. Die Vorstände von Euronext und Nyse hatten sich bereits im Sommer auf die Fusion, die de facto eine Übernahme der Euronext durch die Nyse darstellt, verständigt und eine Gegenofferte der Deutschen Börse Chart zeigenüber Monate hinweg abgelehnt.

New York Stock Exchange: Mit der Euronext-Fusion entsteht die weltgrößte Börse
AFP

New York Stock Exchange: Mit der Euronext-Fusion entsteht die weltgrößte Börse

Mit der 99,7-prozentigen Zustimmung der Eigner steht damit ein Tauziehen um die bislang vom Finanzplatz Paris dominierte Euronext kurz vor dem Ende. Die einzig verbliebenen Hürden für die Fusion sind noch ausstehende endgültige Zustimmungen der Regulierungsbehörden in den USA und Europa. Damit wird bis zum Frühjahr gerechnet.

Nyse-Chef John Thain kündigte auf der Hauptversammlung in New York an, der Blick der New Yorker Börse richte sich nun nach Asien. Der Kontinent sei der logische nächste Expansionsschritt. Dabei müsse es nicht unbedingt um weitere Zukäufe gehen, betonte Thain. Auch Partnerschaften, etwa in China, seien eine Möglichkeit.

Euronext-Chef Jean-Francois Theodore hatte gestern erklärt, die beiden Firmen seien auch nach einer Fusion weiter offen für andere Börsen, insbesondere die Borsa Italiana in Mailand. Diese hatte sich vor einigen Monaten für eine Teilnahme an dem Bündnis interessiert, war dann aber wieder auf Abstand gegangen.

Euronext-Chef Theodore wird nach der Fusion Vize

Theodore wird nach Abschluss der Fusion stellvertretender Vorstandschef der neuen Börse werden. Thain übernimmt die Führung des Börsenkonzerns. Die transatlantische Börse wird ihr US-Hauptquartier in New York haben, in Europa teilen sich Paris und Amsterdam diese Funktion. London wird Zentrale des boomenden Derivategeschäfts.

Die Deutsche Börse steht nach dem endgültigen Scheitern ihrer Bemühungen um die Euronext im Ringen um die Neuordnung der Börsenlandschaft nun alleine da. Sie will nach den Worten ihres Vorstandschefs Reto Francioni in Zukunft aus eigener Kraft wachsen und strebt im zukunftsträchtigen Derivatebereich neue Kooperationen an. Hier gelten Asien, Russland und Osteuropa als interessanteste Regionen. Francioni hatte bereits im November seine Bemühungen um die Euronext aufgegeben.

Die aus Euronext und Nyse entstehende Börse wird aller Wahrscheinlichkeit nicht lange die einzige transatlantische Börse bleiben. Die US-Computerbörse Nasdaq Chart zeigen hat den Aktionären der Londoner Börse LSE Chart zeigen, an der sie bereits knapp 30 Prozent hält, bis Mitte Januar eine Frist zur Annahme eines Übernahmeangebotes gegeben. Die LSE-Führung hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Offerten der Amerikaner abgelehnt. LSE-Chefin Clara Furse, sagte in einem Zeitungsinterview, das Traditionsunternehmen sei grundsätzlich offen für einen Verkauf, wenn der Preis stimme. Die Nasdaq bietet umgerechnet rund vier Milliarden Euro.

kaz/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.