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Umstrittener Pharma-Manager: Shkreli droht Ärger wegen Wu-Tang-Clan-Album

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DPA

Ex-Pharma-Manager Shkreli: Zwei Millionen Dollar für Wu-Tang-Clan-Album

Für das Unikat des neuesten Albums des Wu-Tang Clans zahlte der Pharma-Manager Martin Shkreli zwei Millionen Dollar. Nun hat ihn ein New Yorker Künstler verklagt.

Vom neuesten Album der Hip-Hopper vom Wu-Tang Clan gibt es nur eine gepresste Version. Dem umstrittenen Pharma-Manager Martin Shkreli war das zwei Millionen Dollar wert - nicht etwa, um "Once Upon a Time in Shaolin" zu hören, sondern um es anderen Menschen vorzuenthalten. Dafür hassten viele Fans den Ex-Chef der US-Pharmafirma Turing Pharmaceuticals. Nun droht ihm neuer Ärger: Ein New Yorker Künstler hat Klage gegen Shkreli eingereicht.

Die Klage richtet sich neben Shkreli auch gegen Wu-Tang-Clan-Anführer Robert "RZA" Diggs, den Produzenten Tarik "Cilvaringz" Azzougarh sowie die Firma, die das Unikat versteigerte. Ihnen wird vorgeworfen, zur Gestaltung des Albums Illustrationen des Künstlers Jason Koza verwendet zu haben. Sein Mandant habe sich sehr gefreut, dass seine Arbeit auf der Website veröffentlicht worden sei, sagte der Anwalt des Künstlers. Allerdings habe Koza nicht zugestimmt, das seine Arbeit vervielfältigt oder anderswo gezeigt werde.

Koza wirft Shkreli vor, erlaubt zu haben, dass drei Arbeiten in einem Artikel auf "Vice.com" zu sehen sind. Der Anwalt des Ex-Pharma-Managers äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht.

Shkreli ist äußerst umstritten. Im vergangenen September hatte er weltweite Bekanntheit und Verachtung erlangt. Seine Firma Turing Pharmaceuticals kaufte die Rechte an einem Entzündungsmedikament, das unter anderem Aids-Patienten benötigen, und hob den Preis schlagartig um rund 5000 Prozent auf 750 Dollar pro Pille an. In der vergangenen Woche zog er mit einer Aussage im US-Kongress erneut den Hass der Amerikaner auf sich.

Der Wu-Tang Clan behauptete nach der Versteigerung, zum Zeitpunkt des Zuschlags Shkrelis Geschäftspraktiken nicht gekannt zu haben. Die Band kündigte an, einen erheblichen Teil des Erlöses zu spenden.

Demonstranten protestieren am 1. Oktober in New York gegen die Preiserhöhung des Medikament Daraprim Zur Großansicht
AP/dpa

Demonstranten protestieren am 1. Oktober in New York gegen die Preiserhöhung des Medikament Daraprim

brk/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Unklarer Artikel
beachy1 09.02.2016
Es wird hier nicht klar, um was für "Arbeiten" es sich konkret handelt. Das sollte schon in den Artikel rein, denn der hinterlässt nur viele Fragezeichen. Wird das Medikament für Aids-Patienten weiterhin für Mondpreise angeboten?
2. Aha
beachy1 09.02.2016
Es geht also um Illustrationen des Künstlers, die wohl Teil des Booklets o. Ä. sind? Vielen Dank für die Ergänzung!
3. ...
Newspeak 10.02.2016
Das ist doch ganz normaler Kapitalismus. Leute, die selbst nichts Wertvolles zum Fortkommen der Menschheit beitragen, stehlen es anderen und werden damit reich. Genauso wie Shkreli ja keine eigene Entwicklungsarbeit in der Pharmaindustrie geleistet hat. Man nimmt einen Wirkstoff, den es schon gibt, der schon geprüft ist, dessen Synthese bekannt ist, den man nur noch herstellen und abfüllen muss. Und auch das macht jemand im Auftrag für einen. Man muß nur das Geld abgreifen. Das ist die einzige "Leistung". Parasitär.
4. Hmm
duke_van_hudde 10.02.2016
Warum bekommt er Ärger bei der Sache. Sollte die Band da was gemacht haben was nicht rechtens war kann der Kaeufer doch nichts dafür. Ich habe kein Plan was die Rechtslage in den USA dazu sagt aber eigentlich kann ich mir nur vorstellen das der Künstler Geld von der Band dafür erhalten kann. Das mit den Kaeufer dann die Platte wegnimmt und vernichtet halte ich für gewagt und der hätte dann sicher anspruch auf Ausgleich. Zum Rest bleibt einen nichts zu sagen wie sonst auch. Der Staat hat dem Medikament ein Patent gegeben ohne einen Maximalpreis zu bestimmen. Dadurch hat er ein Monopol geschaffen was einen bestimmten Wert hat und der Herr hier hat erkannt das der Preis den er für das Monopol gezahlt hat wohl geringer ist als die Monopolgewinne die er mit der Preiserhöhung erzielen kann. Nach meiner Meinung hat er nichts unrechtes getan ob man das gut oder shclecht findet ist eine andere Sache. Die Frage die sich eher stellt warum vergibt der Staat so gerne Monopole auf Patente und wie glücklich können wir alle sein das der Erfinder des Rades kein solches Patent angemeldet hat. Der Staat könnte auch sagen sowas gibt es überhaupt nicht oder nur bis bestimmte Preisen oder nur von recht kurzer Dauer und für die Dauer zahlen staatliche Krankkassen das Medikamt nicht. Nein er hat Gestze geschaffen die ein Monopol geschaffen hat das eine solche Preiserhöhung zulässt. Wenn also Politiker rumheulen wie böse dieser Mann ist. Sollten sie lieber mal sagen wie blöd sie eigentlich wren als sie diese Gesetze gemacht haben die das ermöglichen. Den dieser Mann hat das Potenzial dieser Dummheit der Politiker ausgenutzt und sollte da ein Mensch wegen sterben sollten sie eher bei dne Politikern nachfragen wer dafür gestimmt hat.
5. Shkreli und Konsorten
Aberlour A ' Bunadh 10.02.2016
Ihre Kenntnis des Patentrechts hält sich in Grenzen. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Das Patentrecht hat die Funktion einen Anreiz für Innovationen zu schaffen und gleichzeitig zu regulieren, dass die Monopolstellung die der Patentinhaber nun einmal notgedrungen inne hat, temporär befristet wird. Aber im Fall des Medikaments ging es gar nicht um Patentschutz. Dieser war nämlich abgelaufen. Unser Herr Shkreli benutzt eine uralte Taktik als Geschäftsmodell, die man im Englischen mit dem Begriff "To Corner The Market" umschreibt. Ziel ist immer den Markt zu manipulieren, in dem man künstliche Knappheiten schafft. Nach einer dann erfolgten (exorbitanten) Preiserhöhung erfolgt die Marktwiedereinführung des Produkts. So wird z.B. das Medikament im Falle Shkreli relativ selten benötigt. Entscheidend ist, dass es lebensnotwendig für bestimmte Patienten ist. In der Regel werden ja in unserem Gesundheitssystem solche Kosten von den Krankenkassen übernommen. Aber: wenn Sie mal wieder ein Schreiben Ihrer Krankenkasse bekommen, dass die Beitragssätze leider erhöht werden mustern, wissen Sie bei wem Sie sich dafür bedanken können: bei Shkreli und Konsorten.
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