Mattel-Rückrufaktion Chinesischer Unternehmer begeht Selbstmord

1,5 Millionen zurückgerufene Spielzeuge und ein Exportverbot für die Firma - das war zu viel für Zhang Shuhong. Der chinesische Unternehmer, der dem US-Spielwarenhersteller Mattel Spielzeug mit zu hohen Bleiwerten geliefert hat, soll sich umgebracht haben.


Peking - Der Chef des Unternehmens Lee Der Toy Company, Zhang Shuhong, sei am Samstag in einem Lager der Fabrik in der Provinz Guangdong tot aufgefunden worden, berichtet die Zeitung "Southern Metropolis". Ein Angestellter sagte dem Blatt, Zhang habe sich umgebracht. Der aus Hongkong stammende Unternehmer sei mit "tiefen Druckstellen" am Hals gefunden worden. Die chinesische Führung hatte nach dem Spielzeugskandal ein Exportverbot für Lee Der und einen weiteren Hersteller in China verhängt.

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AP

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Die US-Firma Mattel, für die auch Lee Der Spielwaren produzierte, hatte Anfang August rund eine Million in China gefertigter Spielwaren wegen eines zu hohen Bleigehalts in der Farbe zurückgerufen. In Deutschland war davon das Produkt "Fisher-Price Sesamstraße - Kleine Musikinstrumente" betroffen. Von dem Unternehmen äußerte sich zunächst niemand zu dem Todesfall.

Immer wieder kommt es bei Spielzeug aus China zu Sicherheitsproblemen. Erst im Juni hatte ein US-Importeur 1,5 Millionen in China hergestellte Holzeisenbahnen zurückgezogen, weil ihre Farbe erhöhte Bleiwerte enthielt. Auch Lebensmittel und Tierfutter aus der Volksrepublik sorgten wegen gesundheitsschädlicher Zusatzstoffe für Skandale. China ist der weltgrößte Hersteller von Spielzeug. 2006 lag das Exportvolumen bei 17,8 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro).

sam/AFP/Reuters



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