Medienbericht Deutsche Bank will Tausende Stellen streichen

Nach ihren enttäuschend ausgefallenen Quartalszahlen plant die Deutsche Bank einem Medienbericht zufolge den Abbau Tausender Stellen. Nur mit harten Schnitten könne Institutschef Josef Ackermann sein ehrgeiziges Renditeziel noch erreichen.


Bankchef Josef Ackermann: Ehrgeizige Ziele
DDP

Bankchef Josef Ackermann: Ehrgeizige Ziele

London - Die Deutsche Bank Chart zeigen erwägt nach einem Bericht der "Financial Times" die Streichung mehrerer Tausend Stellen. Die Bank stehe zunehmend unter Druck, die Bereiche Aktienhandel und Vermögensverwaltung radikal zu reorganisieren, schreibt die Online-Ausgabe des Blattes am Montag unter Berufung auf Bankenkreise. Ein Bank-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Besonders gefährdet seien Stellen in der Verwaltung der Bank in London, hieß es in dem Bericht. Zudem werde die Deutsche Bank eine harte Linie bei Kostensenkungen im Bereich Vermögensverwaltung einschlagen. Dort soll der "FT" zufolge das Management neu organisiert werden. Der Fokus der Sparte solle künftig auf besser verdienenden Kunden liegen. Am Freitag hatte die Bank einen Gewinnanstieg nach Steuern um 3,6 Prozent zum Vorquartal auf 680 Millionen Euro bekannt gegeben. Das Institut bekam dabei die jüngste Börsenflaute insbesondere im Investmentbanking zu spüren und legte unter dem Strich nur dank einer rückläufigen Risikovorsorge und niedrigerer Kosten zu.

Während der Sparkurs des Instituts bereits zu wirken beginnt, muss die Bank bei den Erträgen noch zulegen - ansonsten sind die von Vorstandschef Josef Ackermann bis Ende 2005 angepeilten 25 Prozent Eigenkapitalrendite (ROE) vor Steuern praktisch unerreichbar. Im abgelaufenen Quartal sank der ROE auf 16 Prozent.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.