Mega-Spende US-Investor Buffett verschenkt Vermögen

Es klingt wie im Märchen. Einer der reichsten Männer der Welt will einen Großteil seines Vermögens verschenken: US-Investor Warren Buffett möchte seinen Milliardenreichtum für wohltätige Zwecke spenden - zum größten Teil der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates.


New York - Die weitreichende Neuigkeit offenbarte der zweitreichste Mann der Welt dem US-Magazin "Fortune". Demnach warnte der 75-jährige US-Investor Warren Buffett den Reporter mit einem Grinsen. "Halt dich fest", sagte er und rückte dann mit der überwältigenden Nachricht heraus. Er werde innerhalb der nächsten Monate damit beginnen, fast sein komplettes Vermögen von mehr als 40 Milliarden Dollar an verschiedene Stiftungen zu verschenken, sagte Buffett. Anders als ursprünglich geplant will er sich von seinem Reichtum damit offenbar nicht erst trennen, wenn er stirbt, sondern noch zu Lebzeiten mit seinen Milliarden Gutes tun.

US-Investor Warren Buffett: will sein Vermögen verschenken
REUTERS

US-Investor Warren Buffett: will sein Vermögen verschenken

Er habe sich nach dem überraschenden Tod seiner Frau Susie entschlossen, sich schneller von seinem Reichtum zu trennen, sagte Buffett in einem Interview mit der Zeitschrift. "Ich weiß, was ich tue, und es macht Sinn, dies zu tun", betonte er. Startschuss für seine Großzügigkeit soll im Juli sein. Dann wolle er damit beginnen, 85 Prozent der Aktien seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway an fünf Stiftungen zu verteilen, sagte Buffett. Der größte Teil, etwa fünf Sechstel, soll der Bill und Melinda Gates-Stiftung zu Gute kommen, die vom reichsten Mann der Welt, Microsoft-Gründer Bill Gates, gegründet wurde. Die Anteile sollen über mehrere Jahre überschrieben werden. Die erste Spende im Umfang von 500 000 B-Aktien hätte nach dem Schlusskurs vom 23. Juni einen Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar.

Buffett will der Stiftung von seinem Freund Bill den Angaben zufolge außerdem als Kurator beitreten, sehr zur Freude von Ehepaar Gates: "Er und seine Frau seien "außer sich vor Freude" über Buffetts Pläne, sagte Bill Gates dem US-Magazin. Mit dem Geld von Buffett sei es möglich, die Arbeit der Stiftung "zu vertiefen und weiter zu entwickeln". "Die Großzügigkeit und das Vertrauen von Buffett sind unglaublich", sagte Gates und fügte hinzu, Buffett habe ihn und seine Frau vor einigen Jahren überhaupt erst auf die Idee gebracht, ihr Geld in die Gesellschaft zurückfließen zu lassen.  

Die Bill und Melinda-Gates-Stiftung hat zur Zeit ein Kapital von rund 27 Milliarden Dollar. Sie ist bereits die größte Wohltätigkeitsorganisation der Welt. Bill Gates hatte im Juni seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft bei Microsoft angekündigt, um sich noch stärker um die Stiftung zu kümmern. Ihre Schwerpunkte sind Krankheitsbekämpfung in armen Ländern, Entwicklung von Impfstoffen und Bildungsinitiativen.

Nicht nur die Gates-Stiftung soll von Buffetts Spendierlaune profitieren. Der US-Investor will in diesem Jahr weitere Aktien im Wert von rund 315 Millionen Dollar an kleinere Stiftungen vergeben. Dazu gehören etwa Einrichtungen, in denen seine Kinder Susan, Howard und Peter engagiert sind. Außerdem will der US-Investor der Susan Thompson-Buffett-Stiftung Geld zur Verfügung stellen. Diese Stiftung war vierzig Jahre lang als Buffett-Stiftung bekannt, wurde aber jüngst in Erinnerung an Buffetts verstorbene Frau Susie umbenannt.

fok/dpa/



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