Mehr Firmenpleiten: DGB fordert Prämie bei Azubi-Übernahme

Die wirtschaftliche Lage wird zusehends schwieriger, Unternehmenspleiten häufen sich: Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert jetzt für eine Prämie für Firmen, die Lehrlinge aus insolventen Betrieben übernehmen.

Hannover/Berlin - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) schlägt Alarm: Angesichts der steigenden Zahl von Firmeninsolvenzen fordern die Arbeitnehmervertreter von der Bundesregierung eine Prämie für Unternehmen, die Auszubildende aus pleitegegangenen Betrieben übernehmen.

Azubi im Maschinenbau: Hilfe bei Firmenpleite
DPA

Azubi im Maschinenbau: Hilfe bei Firmenpleite

"Schon der Ausbildungspakt hat den jungen Menschen nicht geholfen. Es wäre fatal, wenn sich dieser Trend in Krisenzeiten fortsetzen oder verstärken würde", sagte DGB-Vize Ingrid Sehrbrock der "Neuen Presse" aus Hannover. "Im schlimmsten Fall können Auszubildende nicht mal ihre Ausbildung beenden, weil ihr Betrieb pleite geht - von einer Übernahme ganz zu schweigen."

Unternehmen, die einen Auszubildenden aus einem insolventen Betrieb übernehmen, sollten vom Staat daher mit monatlich 250 Euro gefördert werden, sagte Sehrbrock. Zudem müsse die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihr Sonderprogramm für außerbetriebliche Ausbildung zügig auf 40.000 Plätze aufstocken.

Die steigende Zahl von Unternehmenspleiten belastet zusehends den BA-Haushalt. Wegen der Wirtschaftskrise sind die Ausgaben der Bundesagentur für Insolvenzzahlungen seit Jahresanfang stark gestiegen. Mit 243 Millionen Euro lägen die Aufwendungen für Mitarbeiter der betroffenen Firmen im ersten Quartal um rund 70 Prozent höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichtete BA-Sprecherin Ilona Mirtschin am Mittwoch.

Eine Besserung der Lage dürfte sich nicht so schnell einstellen: Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute geben am Donnerstag in Berlin ihre Prognose für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ab. Es wurde bereits bekannt, dass die Experten von einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent in diesem Jahr ausgehen.

Dies wäre der stärkste Rückgang seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 80 Jahren. Die Institute rechnen deshalb für 2009 mit einem Verlust von rund einer Million Arbeitsplätzen. Damit schwinden die Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Krise.

suc/AFP/dpa/dpa-AFX

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