Streit um Luxus-Yacht: Middelhoff räumt finanzielle Schieflage ein

Er legt großen Wert auf sein Image: Thomas Middelhoff, einstiger Manager-Star, bewegt sich gern in der High Society und pflegt einen aufwendigen Lebensstil. Ein Rechtsstreit mit seinem Vermögensverwalter liefert nach SPIEGEL-Informationen nun Indizien, dass der Reichtum nur noch vorgetäuscht ist.

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Ex-Manager Middelhoff: Persönliche Katastrophe

Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff ist offenbar finanziell schwer angeschlagen. Das haben seine Anwälte nach SPIEGEL-Informationen in einem Rechtsstreit mit seinem früheren Vermögensverwalter, dem Troisdorfer Immoblienentwickler Josef Esch, sowie den beiden früheren Sal.-Oppenheim--Gesellschaftern Matthias Graf von Krockow und Georg Baron von Ullmann eingeräumt.

In dem Gerichtsverfahren geht es um die Charter einer 33 Meter langen Luxus-Yacht, die Middelhoff seit 2009 nicht mehr bezahlt. Esch, Krokow und Ullmann hatten im Jahr 2006 für mehr als 7,3 Millionen Euro die "Mangusta 108" gebraucht gekauft und dann für rund 72.000 Euro pro Monat an Middelhoff verchartert.

Middelhoffs Juristen begründen den Zahlungsstopp heute damit, dass die drei Yachteigentümer den Manager und seine Frau dazu verführt hätten, in Immobilienfonds einzusteigen, "die zwingend den finanziellen Ruin des Beklagten und seiner Ehefrau zur Folge haben mussten". Mit "über 200 Millionen Euro" beziffern die Anwälte heute den Schuldenstand aus diesen Geschäften. Bei Middelhoffs sei die "Verschuldungsfähigkeit weit über die Grenzen des Erträglichen hinaus überspannt", für das Ehepaar handele es sich um eine "persönliche Katastrophe".

Wie aus einem Schriftsatz der Middelhoff-Anwälte hervorgeht, zahlten Middelhoff und seine Frau bis Ende 2011 rund 76,5 Millionen Euro allein an Zins und Tilgung für ihren Anteil an einem der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds - sie hatten sich die knapp 107 Millionen Euro bei Sal. Oppenheim geliehen. Weil aber die Rendite wesentlich geringer ausfiel als versprochen, entwickelte sich daraus ein riesiges Verlustgeschäft.

Das alles will Middelhoff erst erkannt haben, als es zu spät war. Die Yacht habe er auch nur deshalb gekauft, weil Esch ihm versichert habe, es sei genug Geld dafür vorhanden. In "blindem Vertrauen" sei er in die Dinge hineingerannt, behauptet der Manager. Er habe sein Vermögen Esch anvertraut, mit dem Auftrag, "ihm künftig ein sorgenfreies Leben mit allen Annehmlichkeiten in vollkommener finanzieller Sicherheit zu ermöglichen".

Eschs Anwälte wiederum argumentieren, der "Wegfall vom Middelhoffs früheren Einkünften" rechtfertige noch lange keinen Ausstieg aus den Vereinbarungen um die 5500 PS starke Yacht und verlangen mehr als 2,5 Millionen Euro, die Middelhoff seit 2009 schuldig blieb - plus Zinsen.

mik

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