Milliardenbetrug: Madoffs Bruder bekennt sich schuldig

Er hat Dokumente gefälscht, Steuern hinterzogen - und alles zugegeben: Peter Madoff, der jüngere Bruder des Milliardenbetrügers Bernard Madoff, bekennt sich schuldig. Ihm wird eine Kaution in Millionenhöhe auferlegt.

Peter Madoff (Mitte) vor dem New Yorker Gericht: "Schockiert und am Boden zerstört" Zur Großansicht
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Peter Madoff (Mitte) vor dem New Yorker Gericht: "Schockiert und am Boden zerstört"

New York - Der jüngere Bruder des Milliardenbetrügers Bernard Madoff hat sich vor Gericht des Finanzbetrugs und der Urkundenfälschung für schuldig bekannt und eine zehnjährige Haftstrafe akzeptiert.

"Ich entschuldige mich bei allen Menschen, die ich verletzt habe, und bei meiner Familie", sagte Peter Madoff am Freitag bei einer Anhörung vor einem Gericht in New York. Er akzeptiere seine Verantwortung in dem milliardenschweren Betrugsskandal.

Der 66-Jährige gab zu, im Auftrag seines Bruders Dokumente gefälscht und Steuern hinterzogen zu haben. "Ich akzeptiere meine Verantwortung für das, was ich getan habe. Ich weiß, dass mein Verhalten falsch war", sagte Madoff, dessen 74-jähriger Bruder bereits hinter Gittern sitzt. Es ist das erste Mal, dass sich ein Angehöriger von Bernard Madoff in dem Betrugsskandal schuldig bekannte.

Peter Madoff wurde eine Kaution in Höhe von sechs Millionen Dollar (rund 4,7 Millionen Euro) auferlegt. Er muss der Justiz außerdem seinen Pass aushändigen und sieht sich Reisebeschränkungen ausgesetzt. Madoff akzeptierte zudem die Beschlagnahmung seines Besitzes im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Er war am Freitagmorgen von Polizisten im Büro seines Anwalts abgeführt worden. Für den 4. Oktober wurde eine formelle Anhörung zur Urteilsverkündung angesetzt.

"Meine Familie ist zerrissen"

Peter Madoff hatte mehr als 30 Jahre lang mit seinem Bruder Bernard zusammen gearbeitet. Dieser war im Dezember 2008 festgenommen worden, nachdem er mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. Im Juni 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählen Banken, Wohltätigkeitsorganisationen und Privatleute.

Peter Madoff sagte am Freitag vor Gericht, er sei "schockiert und am Boden zerstört" gewesen, als der Betrug 2008 herausgekommen sei. "Bis Dezember 2008 hatte ich niemals vermutet, dass mein Bruder irgend jemanden bestohlen hat", sagte er. "Ich habe meinen Ruf verloren. Meine Familie ist zerrissen wegen meines Bruders".

In einer Erklärung des FBI hieß es, Bernard Madoffs Finanzsystem sei "auf Lügen aufgebaut" gewesen und habe sich "vom Kartenhaus zum Wolkenkratzer" entwickelt. Peter Madoff sei "einer der Chefarchitekten" dieses Hauses gewesen und habe so eine zentrale Rolle im größten Finanzbetrug der US-Geschichte gespielt.

bos/AFP/Reuters

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  • Freitag, 29.06.2012 – 23:52 Uhr
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