Millionen-Anwesen Ex-Lehman-Chef verscherbelt Villa für 100 Dollar an Ehefrau

Richard Fulds Villa in Florida ist stattlich und teuer. Jetzt kommt heraus: Nachdem die US-Investmentbank Lehman Brothers unter seiner Führung pleite gegangen war, hat er das Anwesen an seine Frau verkauft - für 100 Dollar. Offenbar wollte er es damit vor Schadenersatzansprüchen retten.


New York - Beim Kauf kostete es 13,75 Millionen Dollar, es ist 1,3 Hektar groß - das Anwesen von Richard Fuld in Florida kann sich sehen lassen. Nur gehört es jetzt nicht mehr ihm, sondern seiner Frau. Am 10. November hat er die Villa an Kathleen Fuld verkauft. Das geht aus Akten des Staates Florida hervor. Der Preis, den sie dafür bezahlen musste: gerade einmal 100 Dollar.

Richard Fuld, Protestplakat: "Ich fühle mich schrecklich"
REUTERS

Richard Fuld, Protestplakat: "Ich fühle mich schrecklich"

Der 62-jährige Fuld war 14 Jahre lang Chef der Investmentbank Lehman Brothers. Nach der Pleite des Instituts im September 2008 musste er sich vor einem Ausschuss des US-Kongresses verantworten. Ihm droht nun noch eine Klage vor einem US-Zivilgericht. In dem Verfahren könnte sein Privatvermögen zur Haftung herangezogen werden.

Die Villa ist durch den Deal mit seiner Frau nun vorerst in Sicherheit. Das Ehepaar Fuld hatte das Anwesen im Jahr 2004 erstanden. 2007 verdiente Fuld rund 40 Millionen Dollar. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers erhielt er keine Abfindung.

Fuld wird für die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers mitverantwortlich gemacht. Sie hatte sich mit faulen US-Hypothekenkrediten verhoben. Ein Notverkauf des Instituts scheiterte, es ging pleite - der Fall führte zum vollen Ausbruch der Finanzkrise.

Kritiker werfen Fuld vor, dass er nicht schnell genug reagiert hatte, um die 158 Jahre alte Investmentbank zu retten. Obwohl er vor Gericht die Verantwortung für die Geschehnisse übernahm und sich nach eigenen Angaben "schrecklich wegen der Ereignisse" fühlt, bestand er darauf, dass auch die US-Regulierungsbehörden und der Kongress eine Mitschuld an der Pleite tragen.

cvk/Reuters

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