Millionenauftrag Volkswagen belebt Karmann wieder

1600 Karmann-Mitarbeiter dürfen hoffen: Laut einem Zeitungsbericht vergibt Volkswagen einen millionenschweren Auftrag an den insolventen Käfer-Cabrio-Bauer - und zahlt dafür im Voraus. Die Chancen der Belegschaft, bis Jahresende ihren Job zu erhalten, steigen.


Osnabrück - Es wäre für Karmann ein überlebensnotwendiger Auftrag: Laut einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ermöglicht Volkswagen Chart zeigen dem insolventen Cabrio-Bauer die Finanzierung einer Transfergesellschaft für rund 1600 gekündigte Beschäftigte ermöglicht. VW hat demnach einen Entwicklungsauftrag in zweistelliger Millionenhöhe an Karmann vergeben - und zahlt dafür Vorkasse.

Mercedes CLK (Archivbild): Ende Juni rollte bei Karmann das letzte Auto vom Band
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Mercedes CLK (Archivbild): Ende Juni rollte bei Karmann das letzte Auto vom Band

Der Gläubigerausschuss hatte am vergangenen Dienstag einer Transfergesellschaft zugestimmt. Die ehemaligen Mitarbeiter des Osnabrücker Unternehmens bleiben darin für ein halbes Jahr weiter beschäftigt, während sie sich für andere Jobs weiterqualifizieren .

Insolvenzverwalter Ottmar Hermann plant, Karmann mit rund 1500 Beschäftigten fortführen. Der frühere Cabrio-Spezialist soll sich dem Bericht zufolge künftig stärker auf das Geschäft mit Elektrofahrzeugen konzentrieren. Geschäftsführung und Insolvenzverwalter hätten beschlossen, dafür die Karmann E-Mobil GmbH zu gründen. Die neue Tochter habe bereits erste Aufträge.

Nach dem geplanten Produktionsstart einer Großserie in zwei Jahren sollen innerhalb von sieben Jahren mindestens 100.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung erhoffe sich die neue Sparte bis 2011 Zuschüsse von 20 Millionen Euro, berichtet die Zeitung. Bei Elektrofahrzeugen arbeite Karmann bereits heute mit VW zusammen.

Karmann hatte im April Insolvenz angemeldet. Der Autobauer leidet massiv unter der Krise der Autobranche. Bereits im Herbst hatte Karmann angesichts der schwachen Auftragslage angekündigt, sich aus dem Fahrzeugbau zurückziehen. Berühmt wurde Karmann in den Nachkriegsjahrzehnten unter anderem durch das Kultauto Karmann Ghia und die Produktion des VW-Käfer Cabrio.

ssu/dpa-AFX

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