Chemiekonzern Europaparlament entzieht Monsanto-Lobbyisten Zugangsausweise

Es soll das erste Mal sein, dass ein Konzern den Zutritt zum Europaparlament verliert: Monsanto-Vertreter müssen ihre Zugangsausweise abgeben. Die Lobbyisten waren einer Anhörung über Glyphosat ferngeblieben.

Monsanto-Forschungsgelände
REUTERS

Monsanto-Forschungsgelände


Das Europaparlament hat Lobbyisten von Monsanto die Zugangsausweise entzogen. Die Entscheidung fällten die Fraktionsvorsitzenden auf Antrag der Grünen, teilte deren Fraktionschef Philippe Lamberts mit. Sie gelte bis auf Weiteres.

Hintergrund ist demnach die Weigerung des Konzerns, Vertreter zu einer parlamentarischen Anhörung über Glyphosat zu entsenden. "Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament", sagte Lamberts.

Nach wie vor gebe es Unklarheiten bei der Beurteilung des Pflanzengifts Glyphosat, das von Monsanto hergestellt wird. "Monsanto muss sich den Fragen der Parlamentariern stellen und darf die Aufklärung nicht behindern", forderte der Lamberts.

Der deutsche Grüne Sven Giegold forderte, die Zulassung des Pflanzengifts nicht zu verlängern, wenn ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden könne. Nach seinen Angaben ist es das erste Mal, dass einem Unternehmen der Zugang zum Europaparlament entzogen wird.

Der US-Agrarchemie-Konzern Monsanto steht vor einer Übernahme durch Bayer. Die 66 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme würde Bayer mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut machen.

asa/dpa



insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Motorkopf 29.09.2017
1. schön wär`s
Monsanto ist raus - BASF kommt! Die werden für einen deutschen Chemieriesen die Türen sehr schnell wieder öffnen! Jede Wette..;-)
UnitedEurope 29.09.2017
2.
Man könnte noch erwähnen dass dies erst seit Anfang des Jahres durch ein neues Gesetz möglich ist. Gute Entscheidung. Niemand steht über dem Parlament und Justiz.
frenchie3 29.09.2017
3. Huch?
Da passiert was? Zumindest ein Symbol der Hoffnung
oldman2016 29.09.2017
4. Niemand steht über dem Parlament und dem Gesetz
nicht einmal der US-Präsident Donald Trump. Wenn Monsanto bzw, Bayer die Regeln nicht einhalten, müssen sie mit Konsequenzen rechnen. Und ich kann nur allen Lesern dringend raten, Wutbriefe an die EU-Kommission und das Europäische Parlament zu senden, sollte der Einsatz von Glyphosat weiter erlaubt werden.
valmel 29.09.2017
5. Lobbyisten
Das Lobbyvertreter überhaupt direkten Zugang zu Parlamenten haben, lässt erahnen, wie es um die Politik steht, bzw. wofür sie steht...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.