Motivation Nur jeder Fünfte leistet vollen Einsatz

Nur jeder fünfte Angestellte in weltweit operierenden Großunternehmen ist mit überdurchschnittlichem Engagement bei der Sache. Der weitaus größte Teil macht allenfalls Dienst nach Vorschrift. Entscheidender Motivations-Killer ist das Verhalten der Konzernchefs.


Boston - Wie die heute veröffentlichte Erhebung des Beratungsunternehmens Towers Perrin ergab, setzen sich gerade einmal 21 Prozent der Mitarbeiter überdurchschnittlich für ihre Arbeit ein. 38 Prozent seien dagegen desillusioniert und unengagiert, was ihre berufliche Tätigkeit angeht. Als "überdurchschnittlichen Einsatz" beschreibt die Studie den Wunsch der Beteiligten, mehr zu tun als gefordert, um dem Unternehmen den Erfolg zu sichern.

Besonders motiviert sind der Studie zufolge Mexikaner, gefolgt von Brasilianern, Indern und US-Bürgern. Auf den letzten Plätzen rangieren Japaner sowie Angestellte in Hongkong und Südkorea.

"Das Unternehmen selbst hat den größten Einfluss auf das Engagement der Mitarbeiter", sagte Julie Gebauer von Towers Perrin. Bemerkenswert erscheint den Forschern aber die Tatsache, dass die Vorstände an der Spitze des Konzerns die Motivation erheblich stärker beeinflussen als etwa der direkte Vorgesetzte. "Das Bild das die Vorstände den Mitarbeitern vom Konzern vermitteln und ihr Verhalten wirken stärker als vermutet", hieß es. Der persönliche Hintergrund der Mitarbeiter spiele dagegen kaum eine Rolle.

Ein Blick auf die Entwicklung der in der Studie einbezogenen Unternehmen zeigte, dass sich motivierte Mitarbeiter auch auf die Bilanzen positiv auswirkten. Unternehmen mit den höchsten Raten an einsatzfreudigen Mitarbeitern konnten ihren Umsatz pro Jahr im Durchschnitt um 19 Prozent steigern, den Wert ihrer Aktien sogar um 28 Prozent. Umgekehrt mussten die Schlusslichter der Erhebung pro Jahr einen durchschnittlichen Umsatzverlust von 33 Prozent hinnehmen

Der fehlende Einsatz lässt allerdings keinen Rückschluss auf die prinzipielle Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu: 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Job gerne machen oder sogar sehr gern. 84 Prozent würden gerne neuen Herausforderungen und Erfahrungen gegenüberstehen.

Für die Erhebung wurden im Mai und Juni 90.000 Angestellte in 18 Ländern befragt. Das Ergebnis für Deutschland soll morgen bekannt gegeben werden.

mik/Reuters



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