Musikindustrie EU-Kommission genehmigt Fusion von BMG und Sony Music

Die EU-Kommission hat die geplante Fusion der Musiksparten von Bertelsmann und Sony genehmigt. Wenn demnächst noch die US-Kartellbehörde zustimmt, werden vier Konkurrenten 80 Prozent des europäischen Marktes unter sich aufteilen.


BMG-Produkt Britney Spears singt künftig für "Sony BMG"
AP

BMG-Produkt Britney Spears singt künftig für "Sony BMG"

Gütersloh - "Für den Zusammenschluss gibt es keine Auflagen", sagte Bertelsmann-Sprecher Oliver Herrgesell am Montagabend der Nachrichtenagentur AP. Die Brüsseler Wettbewerbshüter wollen ihre Entscheidung darüber offiziell am Donnerstag bekannt geben. Als nächstes muss nun die US-Kartellbehörde die Fusion von BMG und Sony Music gutheißen. Beobachter rechnen mit einer raschen Entscheidung.

Sony und Bertelsmann hatten die Elefantenhochzeit bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Das neue Unternehmen mit Hauptsitz in New York soll Sony BMG heißen und zu je 50 Prozent im Besitz beider Konzerne sein. Mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro wäre Sony BMG die Nummer zwei auf dem Weltmarkt hinter Marktführer Universal Music. Bei Sony sind Künstler wie Anastacia und David Bowie unter Vertrag, bei BMG unter anderem Dido und Britney Spears.

Nach Angaben des BMG-Vorstandsvorsitzenden Rolf Schmidt-Holtz soll der Zusammenschluss so schnell wie möglich abgeschlossen werden. "Schneller als ein Jahr geht nicht", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Trotz seit Jahren sinkender Umsätze berge die Musikbranche erhebliche Wachstumschancen. Als Beispiele nannte Schmidt-Holtz Musik-Videos auf DVD, Musikangebote im Internet und über Handy.

Die EU-Kommission hatte zunächst befürchtet, dass die dadurch entstehende Konzentration den Verbrauchern schaden könnte, weil eine kollektive Dominanz entstehen oder verstärkt werden könnte.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.