Nach EuGH-Urteil DocMorris muss deutsche Filialapotheke schließen

Schnelle Konsequenz nach dem Gerichtsurteil: Die saarländische Landesregierung hat der DocMorris-Filiale in Saarbrücken die Betriebserlaubnis entzogen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs bleiben Apothekenketten in Deutschland verboten.


Saarbrücken - DocMorris muss seine einzige Filiale in Saarbrücken schließen. Als Konsequenz aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hat die saarländische Landesregierung der Versandapotheke die Betriebserlaubnis entzogen.

Jutta Müller in ihrer DocMorris-Apotheke in Saarbrücken: Betriebserlaubnis entzogen
AP

Jutta Müller in ihrer DocMorris-Apotheke in Saarbrücken: Betriebserlaubnis entzogen

Zwar habe die Landesregierung eine andere Auffassung vertreten, sagte Gesundheitsstaatssekretär Wolfgang Schild. Sie müsse jedoch das Urteil akzeptieren und umsetzen. Die Luxemburger Richter hatten am Dienstag entschieden, dass nur studierte Pharmazeuten Apotheken besitzen und betreiben dürfen. Damit wird es auch künftig keine Apotheken-Ketten in Deutschland geben, denn Kapitalgesellschaften wie DocMorris bleibt der Zugang zum deutschen Markt verwehrt. Der EuGH bestätigte mit seiner Entscheidung das in Deutschland geltende Fremdbesitzverbot.

Davon unberührt bleiben die bislang bundesweit existierenden 150 Apotheken mit DocMorris-Logo. Dabei sind Apotheker die Inhaber, zugleich aber auch Franchise-Partner des Unternehmens.

DocMorris hatte 2006 mit Erlaubnis der Landesregierung die einzige vom Unternehmen direkt betriebene Filiale in Deutschland eröffnet. Die Saarbrücker Apothekerin Helga Neumann-Seiwert und die Apothekerkammer des Saarlands erhoben Klage gegen diese Betriebserlaubnis, weil sie gegen das deutsche Apothekengesetz verstieß.

cte/dpa/AP



insgesamt 447 Beiträge
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Seite 1
japan10 19.05.2009
1.
Zitat von sysopVerbot von Apothekenketten, staatliche Regulierung für Ärzte - ist das deutsche Gesundheitssystem überreguliert? Oder ist nur so die gerechte Versorgung der Bürger sicherzustellen?
In diesem System wird deutlich, wie Lobbyarbeit funktioniert.
trabajador5, 19.05.2009
2.
Zitat von japan10In diesem System wird deutlich, wie Lobbyarbeit funktioniert.
damit dürfte klar sein, dass die pharmaindustrie nicht nur die deutsche politik, sondern auch die europäische politik kontrolliert.
Gungan, 19.05.2009
3. 10:10
Eine Schlagzeile ohne Artikel, aber schon ein Forumsthema und drei Beiträge! SPON wird immer BILDhafter
Synpho 19.05.2009
4.
Zitat von sysopVerbot von Apothekenketten, staatliche Regulierung für Ärzte - ist das deutsche Gesundheitssystem überreguliert? Oder ist nur so die gerechte Versorgung der Bürger sicherzustellen?
Gerechte Versorgung? Wohl eher die totale Stagnatation der Medikamentenpreise. Ein Wettbewerb innerhalb der Medizinischen Versorgung wäre nur von Vorteil für die Bürger, da evtl. günstigere Preise zu erwarten wären.
Cupseller 19.05.2009
5. weniger Kassen
Die Krankenkasen verschlingen zuviel Geld für sich, statt für die Kranken. Die Privatkassen gehören verboten, die gesetzlichen müssen in der Anzahl z.B. nach Berufsgruppen, oder Regionalität beschränkt werden. Die Ärzte müssen wieder per Behandlungsart bezahlt werden, meinetwegen mit Kontrollen durch die Kassen. Die Kassenvereinigungen, die Arztekongresse gehören aufgelöst. Die Interessen der reichen Pharmaindustrie stieß somit auf einen oligopolistischen Abnehmermarkt (wenige Krankenkassen), dann könnten es auch Apothekerketten geben. Wichtiger wäre es, dass die Politik Einfluß auf die Forschung, also Weiterentwicklung der Präperate im Dienste der Menschheit nimmt und nicht im Dienste extremer Gewinne. Hier gehörte ein weltweiter Ethikrat (Uno?) vorgeschaltet, der die Parameter dafür zurrt und Preisgrenzen nach oben festlegte. Ist zwar eine idealisierte Betrachtung, aber Medizin hat keine Grenzen.
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