Nachhaltiges Wachstum: G-20-Finanzminister einigen sich auf Kriterien

Ergebnis nach stundenlangen Verhandlungen: Die Finanzminister der G20 haben sich auf einen Kriterienkatalog verständigt, mit dem künftig die Ungleichgewichte der Wirtschaftsnationen gemessen werden sollen. Mit der Formel ist es gelungen, auch China mit ins Boot zu holen.

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Französische Finanzministerin Lagarde: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis"

Paris - Die 20 führenden Wirtschaftsmächte (G20) haben in Paris eine Kompromisslösung bei den Indikatoren erzielt, an denen Fehlentwicklungen in einzelnen Ländern festgemacht werden sollen. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagte die französische Finanzministerin Christine Lagarde. "Bei den offensichtlich voneinander abweichenden Interessen war das nicht einfach. Wir waren aber in der Lage, einen Konsens für einen Text zu finden."

Dem Kompromiss waren stundenlange Verhandlungen der Finanzminister und Notenbankchefs vorausgegangen. Die Indikatoren umfassen demnach nun Schuldenstand plus Haushaltsdefizit eines Landes, die jeweilige private Sparquote sowie die realen Wechselkurse. Die Währungsreserven, gegen die sich vor allem China wehrte, sollen zunächst kein eigenes Kriterium mehr sein.

In der Debatte über Ungleichgewichte stehen vor allem Exportnationen wie China und Deutschland mit ihren Exportüberschüssen am Pranger. Immer wieder gab es Vorstöße aus dem G-20-Kreis, Exporte solcher Länder zu begrenzen. China steht auch in der Kritik, weil seine Währung gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes zu niedrig bewertet ist. So können die Chinesen ihre Waren besonders billig in andere Länder exportieren.

In der Abschlusserklärung der G20 hieß es, dass die Verbesserung der Wechselkurs-Flexibilität zu den Prioritäten gehören soll, um die wirtschaftlichen Fundamentaldaten besser zu reflektieren.

Die G20 will durch die Messung der Indikatoren die großen Wirtschaftsungleichgewichte - wie große Handelsüberschüsse und -defizite, hohe Fehlbeträge in den Staatshaushalten - abbauen und damit den Boden für ein ausgewogeneres nachhaltiges Wachstum in der Welt legen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich mit dem ausgehandelten Kompromiss zufrieden gezeigt. "Es ist ein Ergebnis, mit dem wir alle gut leben können", sagte Schäuble am Samstag zum Abschluss des Treffens. Deutschland habe alle seine Kriterien untergebracht, fügte er hinzu.

han/dpa/Reuters

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