Nasa-Sondererlaubnis: Google-Gründer bekommen eigene Landebahn

Sie schreiben Geschichte - wieder einmal: Die Gründer der Internetsuchmaschine Google erhalten als erste ihre eigene Start- und Landebahn auf einem Nasa-Flughafen. Ihre Privatmaschinen landen künftig nur noch wenige Minuten vom Büro entfernt.

San Francisco - Der Spaß ist nicht ganz billig: Immerhin 1,3 Millionen Dollar im Jahr müssen die beiden Google Chart zeigen-Gründer Larry Page und Sergey Brin zahlen, um ihre speziell gefertigte, weiße Boeing 767-200 und zwei andere Jets auf dem Flughafen starten und landen lassen zu dürfen - das schreibt die "New York Times". Der Flughafen Moffett Field wird von der Nasa betrieben und ist normalerweise für Privatflugzeuge nicht zu benutzen. Der große Vorteil: Er liegt nur wenige Minuten entfernt vom Google-Hauptsitz in Mountain View in Californien.

Google-Gründer Brin (links) und Page: Lassen andere Top-Manager vor Neid erblassen
AP

Google-Gründer Brin (links) und Page: Lassen andere Top-Manager vor Neid erblassen

"Grün vor Neid" würden denn auch die anderen Topmanager ob dieser Sondererlaubnis werden, schreibt die "New York Times" weiter. Denn keine anderen Privatjets haben hier eine Landeerlaubnis - außerdem sind die Google-Jets außergewöhnlich groß für Privatflugzeuge. Wie die beiden Milliardäre an den begehrten Parkplatz kamen, ist noch nicht ganz klar.

Vertreter des Nasa-Forschungszentrums in Ames sagten, dass es ein Abkommen mit Google gebe, wonach die Nasa wissenschaftliche Instrumente und Forscher an Bord der Google-Flugzeuge bringen dürften. So könne die Nasa wissenschaftliche Daten nicht nur über die Boeing 767-200, sondern auch über die beiden Gulfstream Jets sammeln, die von den Google-Mitarbeitern ebenfalls geflogen werden. "Das war eine Möglichkeit, Kosten zu sparen, den Flugplatz zu erhalten und gleichzeitig noch wissenschaftliche Flüge machen zu können", sagte Steven Zornetzer, stellvertretender Direktor des Ames-Center.

Moffett Field liegt direkt neben dem Google-Hauptsitz und nach Angaben von Google braucht man nicht länger als sieben Minuten, um die drei bis vier Meilen zwischen beiden Orten zurückzulegen. Andere Top-Manager des Silicon Valleys müssen dagegen immer wieder darum kämpfen, überhaupt Landeplätze für ihre großen Privatmaschinen auf den internationalen Flughäfen von San Francisco oder San Jose zu bekommen. Eine Gulfstream-Maschine dort für ein Jahr parken zu können, würde nach Angaben von Luftfahrtexperten zwischen 240.000 und 360.000 Dollar im Jahr kosten. Für die großen privaten Boeing-Maschinen seien die meisten Flughäfen allerdings kaum ausgerüstet.

Widerstand gegen die Sondernutzung kommt allerdings von lokalen Politikern und Aktivisten, die sich schon lange gegen eine Ausweitung des Flugverkehrs in Moffett Field wehren. "Mit der Flugerlaubnis für Google haben die Flughafennutzer einen ersten Fuß in der Tür", sagt Lenny Siegel, Direktor des Pacific Studies Center, einer lokalen Nonprofit-Organisation. Er hoffe, dass es von Seiten der Nasa klare Ansagen dazu gebe: "Wenn sie wirklich nur Forschung betreiben wollen, ist das in Ordnung. Wenn sie es nur tun, weil die Google-Gründer reich und berühmt sind, ist das nicht okay."

sam

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite