Ökostrom-Umlage Netzagentur kritisiert Entlastungen für Industrie

Einige hundert Firmen verbrauchen rund 18 Prozent des deutschen Stroms, zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur vor. Das Papier liegt der Regierung seit Monaten vor - wurde aber erst nach der NRW-Wahl veröffentlicht.

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Schornsteine des Kraftwerks in Datteln: Schieflage bei der Ökostrom-Umlage
dapd

Schornsteine des Kraftwerks in Datteln: Schieflage bei der Ökostrom-Umlage


Hamburg - Es ist ein spannendes Dokument, das die Bundesnetzagentur am Montag auf ihrer Webseite veröffentlicht hat. Doch die Publikation erfolgte still und leise, ohne Pressemitteilung oder sonstigen öffentlichen Hinweis. In dem Dokument kritisiert die oberste Regulierungsbehörde für den deutschen Strommarkt die Energiepolitik der Bundesregierung.

Es geht im Kern um die Frage, wie günstig Strom am Industriestandort Deutschland sein muss. Analysten rechnen damit, dass die Strompreise durch den Atomausstieg langfristig steigen werden. Große deutsche Unternehmen warnen bereits vor eine Deindustrialisierung. Sie fordern deshalb Vergünstigungen für stromintensive Unternehmen.

Doch bereits jetzt sind einige hundert Unternehmen weitgehend von der Ökostrom-Umlage im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befreit. Durch diese Umlage sollen eigentlich alle Verbraucher einen Aufschlag auf ihre Stromrechnung zahlen - und so den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland finanzieren.

Doch von einer gleichmäßigen Verteilung der Last kann längst keine Rede mehr sein. Die Zahl der privilegierten Unternehmen nimmt seit einigen Jahren zu. Die Bundesnetzagentur betrachtet die zunehmende Schieflage bei der Finanzierung der EEG-Umlage "mit Sorge". So steht es in einem Bericht, der seit Montag online ist. Und sie unterfüttert ihre Position mit eindrucksvollen Zahlen.

Die per Gesetz verankerten Ausnahmen und Vorteile für die Industrie "implizieren, dass die privilegierten Unternehmen im Jahr 2012 zwar 18 Prozent des Gesamtstromverbrauchs verursachen, aber lediglich für einen Anteil von 0,3 Prozent am gesamten Umlagebetrag aufkommen", heißt es etwa in dem Bericht.

Draufzahlen müssten deshalb andere, "vor allem gewerbliche Kleinverbraucher und private Haushalte", schreibt die Netzagentur. Auf sie würden Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro abgewälzt. Das schlage sich deutlich in der EEG-Umlage nieder. Würden alle Verbraucher gleich belastet, "wäre eine Umlage in Höhe von knapp drei Cent pro Kilowattstunde ausreichend", heißt es in dem Bericht. Tatsächlich liegt die Umlage derzeit bei 3,6 Cent. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom könnte so immerhin 24 Euro sparen.

Einige dieser Zahlen hat das Bundesumweltministerium im März in einem Papier veröffentlicht, dabei allerdings ausgelassen, wie verschwindend gering der Beitrag der stromintensiven Industrien zur Energiewende noch ist. Die Bundesnetzagentur sieht diese Entwicklung zudem deutlich kritischer als die Regierung. "Es gilt, zukünftig die richtige Balance zwischen der notwendigen Entlastung der stromintensiven Industrien und der Belastung für kleine und mittlere Unternehmen sowie der Haushaltskunden zu finden", heißt es in dem Bericht der Netzagentur.

Das Papier der Bundesnetzagentur dürfte die Debatte befeuern, ob die Regierung ein "Zwei-Klassen-EEG" schafft. Es fällt auf, dass der Bericht ausgerechnet einen Tag nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen online gestellt wurde. Bei dieser erlitt CDU-Spitzenkandidat und Bundesumweltminister Norbert Röttgen eine herbe Niederlage. Dem Umweltministerium lag der Bericht nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen schon im März vor.

Die Bundesnetzagentur teilt mit, es gebe keinen Zusammenhang zwischen der NRW-Wahl und dem Zeitpunkt der Veröffentlichung. Man werde künftig besser darauf achten, wann etwas ins Netz gestellt wird.

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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
raven_wolf 15.05.2012
1. ich lese gerade
Zitat von sysopdapdEinige Hundert Firmen verbrauchen rund 18 Prozent des deutschen Stroms, zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur vor. Das Papier liegt der Regierung seit Monaten vor - wurde aber erst nach der NRW-Wahl veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,833299,00.html
ein Bericht von Bild.de da steht der Strompreis wird kann bis zu 70% steigen.
prontissimo 15.05.2012
2. "Na gut. Ihr wollt es ja nicht anders:
Zitat von sysopdapdEinige Hundert Firmen verbrauchen rund 18 Prozent des deutschen Stroms, zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur vor. Das Papier liegt der Regierung seit Monaten vor - wurde aber erst nach der NRW-Wahl veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,833299,00.html
Wenn wir Großverbraucher den Strom so teuer wir ihr privaten Wichte bezahlen müssen, verlagern wir sämtliche Arbeitsplätze nach China. Wollt Ihr das wirklich ?" "Ja das wollen wir !!!" "Na ja, dann überlegen wir uns das mit den Arbeitsplätzen nochmal......" >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>Ironie aus
wissen007 15.05.2012
3. Wer ist der Verursacher -
Einige Hundert Firmen zahlen nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Verursacher der Energiewende sind doch wahrlich nicht die stromintensiven Industriebereiche, sondern eindeutig die Bevölkerung. Also Herr Schultz müssen diese auch die Kosten tragen. Was bitte ist daran nicht logisch?
otto_iii 15.05.2012
4. Wer bestellt bezahlt
Zitat von wissen007Einige Hundert Firmen zahlen nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Verursacher der Energiewende sind doch wahrlich nicht die stromintensiven Industriebereiche, sondern eindeutig die Bevölkerung. Also Herr Schultz müssen diese auch die Kosten tragen. Was bitte ist daran nicht logisch?
Genau so ist das. Die "Energiewende" wurde doch nur beschlossen, weil die Mehrheit der Deutschen Angst vor der Atomenergie hat und die Bundesregierung Angst hat, deshalb abgewählt zu werden. Die Großverbraucher hingegen würden, wenn sie das entscheiden dürften, statt auf EE weiter auf billigen Atom- und Kohlestrom setzen. Produkte wie Zement, Kupfer oder Aluminium könnte man in D nicht mehr herstellen, wenn die politisch induzierten Preise für Atomausstieg und Klimaschutz gezahlt werden müssten. Da hätte man am Weltmarkt in Konkurrenz zu USA, China, Indien aber auch Frankreich keine Chance. Ich plädiere für eine europaweite Öffnung der Strommärkte (auch für Verbraucher!) und die Abschaffung der Zwangsumlagen. Wenn die Politik die EE fördern will, dann soll sie die Subventionen bitteschön aus dem Bundeshaushalt bezahlen.
holzkopfchen 15.05.2012
5. zu Hohe Steuern und Umlagen
Bei uns kommen aktuell zum Arbeitspreis: für den HT 82,6%, für den NT 85,9% an Stromsteuer, Umlagen (EEG und §19), Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer dazu. Langsam wird die 100% Marke erreicht, nicht weil der Arbeitspreis steigt sonder die ganzen "Steuern". Können ja mal selbst ausrechnen wie viel es bei Ihrer Stromrechnung ausmacht.
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